Mittwoch, 9. September 2015

[R] Last Chance von Mara Breiter

Inhalt

Eine neue Wohnung, ein neues Leben. Als Antonia in ihre erste eigene Bleibe zieht, scheinen ihr alle Möglichkeiten des Lebens unendlich nah und unendlich greifbar zu sein. Aber dann trifft sie auf ihren Balkonnachbarn Matze und nichts ist mehr, wie es war. Matze und Antonia. Sie sind wie Licht und Dunkelheit, Zeit und Raum, Osten und Westen. Unterschiedlicher könnten zwei Menschen gar nicht sein und doch sind sie ohne den anderen bedeutungslos, nicht existent. Als sich ausgerechnet die Schatten ihrer beider Vergangenheit zwischen sie stellen, liegt es ganz allein bei ihnen, ihr Leben zu entwirren und ihre Chance zu ergreifen. Aber nichts ist so einfach, wie es aussieht …

Von diesem Buch hier habe ich mir Einiges erhofft, allem voran wohl eine Liebesgeschichte, die mich vom Hocker reißt. Aber ziemlich früh zeichnete sich schon ab, dass es wohl nicht sein soll.
Ich fange mal bei Matze an. Ich mochte an ihm eine Eigenschaft: Dass er sich um Antonia sorgt und sie beschützt. Ansonsten war er nichts für mich. Angefangen bei seinem aufgesetzen, klischeehaften Badboy-Gehabe mit allem drum und dran – Motorrad, Lederjacke, „Ich lasse niemanden an mich heran und nicht gut für dich“, eine tragische Vergangenheit und das Rauchen. Das Rauchen war mit das, was ich an ihm am wenigsten mochte, insbesondere die Szenen, in denen er Antonia mit dem Zigarettenrauch anhaucht. Ich hatte die ganze Zeit gehofft, dass irgendwer mal auf die Idee kommt, ihm die Zigaretten zu klauen (was nicht passiert ist). Sonst ist da einfach nicht viel, was ich hätte mögen können. Doch, warte, Matze tanzt. Das fand ich auch ganz cool. Aber das ist nur wie eine der Taschen an seiner Lederjacke. Was bringt einem eine Jacke, wenn man nur die eine Tasche mag?
Dann sind da Antonias Freunde, bei denen ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, dass sie sich eigentlich gar nicht für sie interessieren. Besonders krass fand ich dabei eine Stelle, als zwei von ihnen ins Kino gegangen sind und Antonia dazu gebracht haben, auch mitzukommen. Und dort haben sie sich einen Horrorfilm angesehen, obwohl sie mit Sicherheit wussten, dass ihre Freundin die nicht mag und sie ihr auch auf den Magen schlagen können. Haltet davon, was ihr wollt, ich fand sie deshalb total unsympathisch.
Zu Antonia kann ich eigentlich nicht viel sagen, sie ist mir weder positiv, noch negativ irgendwie besonders im Gedächtnis geblieben.
Aber die Liebesgeschichte, die fand ich ganz süß. Es gab so einige schöne Szenen zwischen Matze und Antonia, die ich wirklich gerne gelesen habe.
Wieso ich ein etwas schlechtes Gewissen habe, nur zwei Sterne zu vergeben: Mara ist erst 15 und wenn man das im Kopf hat, dann ist es echt beeindruckend, was sie so früh schon geschaffen hat. Gerade wenn man es weißt merkt man, wie das das Buch beeinflusst hat. Antonia und Matze wirken beispielsweise oft eher wie 16- oder 17-jährige. Ich könnte das zwar wahrscheinlich an nichts festmachen, aber wenn ich nicht gewusst hätte, dass Antonia schon 21 ist, dann hätte ich sie einige Jahre jünger geschätzt. Ich bin mir sicher, aus dir wird noch eine tolle Schreiberin, Mara! Für mich hat an Last Chance aber zu vieles nicht gepasst und auch zu viel einfach gestört, genervt ider aufgeregt.


Über die Autorin:

Mara Breiter erlebte ihre schöne Kindheit in dem kleinen Dorf Loccum und entdeckte erst später ihre Liebe zu Büchern und dem Schreiben. Neben der Schule und den alltäglichen Problemen eines Teenagers findet sie immer wieder Ruhe in ihren Geschichten und unzähligen Büchern. Durch das Hochladen der Geschichten im Internet wurde ihr Traum, irgendwann eine eigene Geschichte zu veröffentlichen, früh erfüllt. 

Fazit

An Last Chance hat mich einfach einiges gestört. Ich fand die Liebesgeschichte ganz gut und einige der Nebencharaktere waren klasse, aber ich mochte die beiden Protagonisten nicht so sehr und damit ist eigentlich in der Regel schon alles verloren, oder?

Kommentare:

  1. Ich kann dich total verstehen. Wenn man die Protagonisten nicht mag ist das Buch wirklich meistens total verloren. Was ich aber wirklich interessant finde ist mal eine 15-jährige Autorin. *Hut ab!* Man kann deine Rezension aber trotzdem total nachvollziehen, ich mein ja nur, wenn mir jemand ins Gesicht raucht würde ich ihm die in den Mund stopfen (oder Ähnliches). Da verstehe ich echt kein Spaß. =') Aber ist doch schön, dass dir zumindest die Liebesgeschichte doch ein wenig gefallen hat. =)

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    1. Ich war bei der Leserunde dabei und bei der Rauchsache waren wir uns alle einig. Anziehend ist daran gar nichts. =) Ganz abgesehen davon, dass ich das Buch nicht mochte, finde ich es wirklich beeindruckend, dass die Autorin so jung ist. Wenn ich dir jetzt noch sage, dass sie das Buch schon vor zwei Jahren geschrieben hat... ;-)

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