Mittwoch, 21. November 2018

Ich schreib mit beim NaNoWriMo 2018

Quelle: https://nanowrimo.org/


So viel zu meinem Vorhaben ^^ Der geplante Post für den Oktober war mein Messebericht, doch die FBM musste kurzfristig ausfallen für mich und danach fehlte mir die Zeit und ehrlich gesagt auch die Motivation, mir ernsthaft ein anderes Thema zu suchen.

Eigentlich lese ich aktuell an einem Rezensionsexemplar, komme aber so wenig zum Lesen, dass die Rezension wohl erst nächsten Monat kommt. Daher bietet es sich an, dass ich heute ein wenig über den NaNoWriMo rede.





Was ist der National Novel Writing Month, kurz NaNoWriMo, überhaupt? Vermutlich kennen manche von euch ihn, aber für diejenigen, denen das nichts sagt, ist hier der Crashkurs: es geht darum, in einem Monat 50.000 Wörter zu schreiben, was in etwa die Länge eines Romans ist. Die Seite ist mit jeder Menge Statistiken, Foren, Pep talks und was nicht sonst noch alles, darauf ausgerichtet, jemanden zu motivieren, dran zu bleiben und die Sache durchzuziehen. Falls ihr euch mal umsehen wollt, *hier* findet ihr den Link.

Ich habe mich relativ spontan entschieden, dieses Jahr nicht nur mitzuschreiben, sondern den NaNo dieses Mal auch ernst zu nehmen. (Die letzten zwei Jahre habe ich es nebenher probiert und geschrieben, "wenn mir danach war" und dementsprechend gut lief es ^^) Bei Twitter hat der deutsche Account im Oktober angefangen, jeden Tag Vorbereitungsfragen zu posten und nachdem ich diese Tweets und diverse Antworten erst oft genug gelesen habe, dachte ich mir: "Wieso nicht?" und habe für mich angefangen, die Fragen für mein aktuelles Projekt zu beantworten. Eine der Fragen hat mir eine mögliche Lösung für eine Situation aufgezeigt, über der ich schon seit MONATEN gegrübelt habe, und da war sie, die Motivation xD

Ich bereue nicht, die Entscheidung getroffen zu haben. Der NaNo gibt mir so viel, was ich teilweise gar nicht erwartet habe. In einer Liste zusammen gefasst:

-Spaß. Es macht unglaublich viel Spaß, sich jeden Tag hinzusetzen und zu sehen, wohin sich die Geschichte entwickelt. Und ich kann dafür Sorgen, dass meine Figuren tatsächlich einen anständigen Grund haben, wieso sie nicht mit einander reden und keine von den üblichen Ausreden vorschieben =P

-unerwartete Ideen bzw. kleine Aspekte und Verbindungen. In meiner Geschichte sind jetzt bereits eine Menge Elemente eingeflossen, an die ich vorher gar nicht gedacht habe. Ich habe mit sowas wie einem Grundgerüst angefangen und einigen Szenen, die drin sein sollen, alles andere, was dazu kam, ist während des NaNoWriMos entstanden.

-Gemeinschaftsgefühl. Man ist eben nicht alleine. Ich habe mich nicht viel im Forum oder in sozialen Medien ausgetauscht, aber man sieht, dass andere Autoren in der selben Situation sind wie man selbst und das verbindet. Oder auch direkter: ich habe bei einer Care-Paket Wichtelrunde teilgenommen, wo man nochmal direkter motiviert und motiviert wird <3

-die Wortzahl. Ja, okay, das kommt nicht unerwartet, aber es ist trotzdem toll, zu sehen, wie viel man schon geschrieben hat. Vermutlich komme ich nicht auf die 50k, aber ich kriege ein Gefühl dafür, wie lange es dauert, etwas zu schreiben und wie lang eine Szene sein sollte. Und das ist mir mehr wert, als das Ziel zu erreichen.

-mehr darüber gelernt, was für mich funktioniert und was nicht. Ich habe schon verschiedene Sachen probiert - von Anfang an darüber reden, was ich schreibe, zum Beispiel, oder die Sachen direkt zum Lesen weiter geben. Während des NaNos schreibe ich erstmal nur für mich. Es fühlt sich richtig an. Ich kann darüber reden, dass meine Figuren sowas wie Superkräfte haben und divers sind, aber viel weiter ins Detail gehen fühlt sich privat an, weil, naja, es kommt eben alles frisch aus meinem Kopf ^^'

-zusätzlich zu den letzten beiden Punkten weiß ich jetzt aber auch, wie das Hinsetzen und Schreiben für mich funktioniert und ich hoffe, ich kann das auch nach dem NaNo noch weiter beibehalten =)


Es nimmt Zeit ein und ich merke es immer wieder (vor allem wenn es Zeit ist, in der ich sonst schlafen würde ^^'), aber es ist nur ein Monat. Ich mache mir nicht zu viel Druck, den word count am Ende des Monats zu erreichen - ich meine, jedes Wort, das ich jetzt schreibe, ist ein Wort mehr als ich am Anfang des Monats hatte - und schaue einfach, was passiert.



Wie sieht es bei euch aus? Schreibt ihr? Macht ihr vielleicht auch gerade beim NaNoWriMo mit? Oder hättet ihr Lust, es irgendwann auszuprobieren?

Montag, 3. September 2018

I'm back! oder: Wie geht es weiter mit Eclipses Bücherregal?

Ihr habt keine Ahnung, wie oft ich diesen Post in meinem Kopf in den letzten zwei Jahren schon geschrieben habe. Manchmal war es eine Erklärung mit dem Versprechen, dass jetzt wieder mehr kommt, manchmal ein Abschiedsbrief. Einen besonders nostalgisch-tragischen Anfang habe ich sogar irgendwo in den Entwürfen und ich bin froh, dass er dort geblieben ist. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie kitschig der Post geworden wäre ^^

Ich habe es in letzter Zeit ein paar Mal vorsichtig angekündigt, jetzt mache ich es offiziell: Ich bin zurück! Und ich will damit anfangen, euch ein wenig zu erzählen, was die letzten Jahre bei mir los war und wie sich das darauf ausgewirkt hat, dass es seit Anfang 2017 genau 10 neue Posts gab. (Das war übrigens keine Absicht, aber ich finde cool, dass es zumindest so eine Runde Zahl ist.)


(Qualifiziere ich mich damit schon als Buchcharakter?)

Vor zwei Jahren hatte ich mit dem Physikstudium angefangen und ziemlich schnell gemerkt, dass es doch nichts für mich war. Da ich nicht wusste, was ich sonst machen soll, weil das mein einziger Plan war, bin ich damals in ein Loch gefallen und es ging mir nicht besonders gut - mein Blog stand dabei sehr weit unten auf meiner Prioritäten-Liste. Durch eine Freundin bin ich dann auf Elektrotechnik gekommen. Da ich nichts zu verlieren hatte, bin ich letzten Herbst zu ETIT gewechselt, was wohl die richtige Entscheidung war. Das Studium gefällt mir nun deutlich besser und ich fühle mich wohler damit.

Nachdem das gesagt ist: Eigentlich wollte ich sogar schon nach dem letzten Semester wieder mit dem Bloggen anfangen. Ich fühlte mich schon im Frühling wieder bereit dazu. Nur etwa eine Woche, bevor ich losgelegt hätte, habe ich von der DSGVO erfahren. Will wer raten, wo ich meine Blogzeit stattdessen rein gesteckt habe? Ich glaube nicht, dass ich dazu viel sagen muss. Ich habe meine Blog, den einer Freundin und die Seite meiner Mutter angepasst und musste mich jedes Mal neu einlesen, was halt eine Menge Zeit in Anspruch nahm, aber damit sind wir soweit endlich fertig geworden, sodass dem Bloggen nichts mehr im Weg steht =)



In der Zeit, die ich so gut wie gar nicht gebloggt habe, habe ich mich verändert und deshalb wird sich auch die Art, wie ich hier blogge, ändern. Zum Einen habe ich gelernt, dass ich zu 100% ein mood reader bin. Als die REs und der damit einhergehende Druck, diese in einer bestimmten Zeitspanne zu lesen und zu rezensieren (es wurde zu genau dem, was ich immer als Argument gegen einen Job in der Buchbranche genannt habe), wegfielen, las ich, worauf auch immer ich gerade Lust habe oder auch mal gar nicht, wenn mir danach war und ich glaube nicht, dass ich wieder dazu zurückgehen könnte, wie ich das vorher gehandhabt habe. Dementsprechend wird es vermutlich weniger Rezensionen geben - wenn ich ein Buch besonders gut oder schlecht fand oder wenn ich etwas dazu zu sagen habe, will ich schon von mir aus darüber sprechen. Aber wieso sollte ich mich gezwungen fühlen, mir zu einem durchschnittlichen Buch, über das ich nichts sagen kann, außer, dass es durchschnittlich ist, etwas aus den Fingern zu saugen? Wieso sollte ich mich von meinem Hobby stressen lassen?

Des Weiteren habe ich, als ich anfing zu bloggen, immer darauf geachtet, dass es auf Eclipses Bücherregal nur um Bücher geht. Immerhin ist es ein Buchblog, dachte ich. Aber wieso eigentlich? Es ist meine kleine Ecke, wieso sollte ich nicht über eine Serie schreiben können, die ich gerade entdeckt habe? Oder über etwas, das mich privat beschäftigt? Etwas Politisches? Wenn ihr es nicht lesen wollt, lest ihr die entsprechenden Posts eben nicht. In erster Linie blogge ich für mich selbst und finde, dass ich das so machen sollte, wie ich es möchte. Deshalb werde ich diese mentale Beschränkung aufheben. Ich denke, mein Blog wird weiterhin überwiegend ein Buchblog bleiben, aber wenn ich über etwas anderes sprechen will, werde ich das auch tun.

Meine vorerst letzte Änderung ist eine Art Zeitplan. Bisher habe ich meine Beiträge immer veröffentlich, sobald sie fertig waren. Man sieht, wie toll das funktioniert hat. Teilweise haben sie sich dadurch gehäuft, während es andere Phasen gab, in denen nichts kam. Daher habe ich mir grob einen Post im Monat vorgenommen. Das sind mindestens zwölf im Jahr, das klingt machbar. Ich hoffe, mich damit selbst zu motivieren und zumindest der völligen Funkstille der letzten Monate entgegenzuwirken. Mal schauen, ob das klappt. Aber ich will nichts versprechen, was ich am Ende brechen könnte, besonders mit Blick auf meinen Stundenplan im kommenden Semester ^^'

Das wars erstmal von mir. Ich habe noch keine konkrete Ahnung, wie es hier weiter geht, aber es geht weiter =)

Montag, 20. August 2018

Lesetipp für den Sommer


Der Jahreszeiten-Lesetipp ist eine Aktion von Leni von Meine Welt voller Welten und Tanja von Der Duft von Büchern und Kaffee. Schaut bei den beiden vorbei für weitere Lesetipps!

Als ich den Ankündigungspost gesehen habe, dachte ich mir: Wieso nicht? Ich habe sowieso vor, wieder mehr zu bloggen (dazu bald mehr) und ich habe aktuell tatsächlich DAS Sommerbuch, das ich am liebsten jedem in die Hand drücken würde (und da ich wahrscheinlich keine Rezension mehr dazu schreiben werde...).

My First Love von Tanja Voosen

Eigentlich wollte Cassidy einem Mädchen an ihrer Schule nur dabei helfen, ihren blöden Freund loszuwerden. Doch plötzlich hat die 17-Jährige sich damit den Ruf erworben, Beziehungen innerhalb eines Tages zerstören zu können. Die dankbaren Mitschüler bezahlen sie sogar für ihren „Schlussmach-Service“. Als Cassidy aber den ebenso gutaussehenden wie nervigen Colton von seiner Freundin „befreit“, fordert er sie zu einer unglaublichen Wette heraus: Statt Paare zu trennen, soll sie zwei ganz bestimmte Mitschüler verkuppeln. Nicht ahnend, welch finstere Hintergedanken Colton hegt, nimmt Cassidy die Herausforderung an. Und stolpert mitten hinein in ein Wirrwarr aus heimlichen Küssen, verschlungenen Intrigen und der ersten großen Liebe ...


Für mich ist YA Contemporary, insbesondere die, die auch im Sommer spielt, das Genre to go, wenn es heiß ist und ich mich nur noch von Eis ernähren kann und wenige Autoren meistern es so gut wie Tanja Voosen. Eine nicht sortierte Liste der Gründe, wieso ihr ihr neuestes Buch lesen solltet:
- Haters to Lovers
- Cassidy
- der Humor
- realistische und tolle Darstellung von Freundschaft
- originelle Story (Schlussmachservice!)
- die Stelle, an der der Bezug zum Cover auftaucht
- es macht Spaß und teilweise konnte ich nicht aufhören zu grinsen (Die Leute in der Bahn haben mich bestimmt für verrückt gehalten)
- es ist ihr bisher bestes Buch! Wenn ihr noch nichts von ihr gelesen habt, wieso nicht direkt mit dem hier anfangen?
- gespoilert, deshalb mal so: es wird nicht aus jeder Figur ein Paar -> Abwechslung und realistischer


Kennt ihr das Buch schon? Oder habt ihr es vielleicht auf eurer Liste? =)

Sonntag, 20. Mai 2018

So brauch ich Gewalt von Stefanie Mühlsteph

Vielen Dank an den Papierverzierer Verlag für das Rezensionsexemplar!

Inhalt

Es ist das Jahr 1837. Eine Geheimorganisation mit dem Namen Sealgair agiert in und um London, um die Machtverhältnisse der Reichen, der Krone und des Staates im Gleichgewicht zu halten.
Nicht nur um ihre Eltern zu rächen, bleibt Megan Teil der Organisation, der man nachsagt, dass sie die gesamte Londoner Unterwelt kontrollieren würde. Sie ist noch keine einundzwanzig Jahre alt und bringt trotzdem jahrelange Berufserfahrung als Auftragsmörderin mit. Unter dem Decknamen "Black Widow" führt sie ihre blutigen Aufträge im Alleingang durch.
Doch auf einmal wird "Black Widow" zum Schutz einer einflussreichen Person abgestellt, die eine andere Sealgaira mit dem Namen "Hawk" eliminieren soll. So beginnt ein Spiel aus Intrigen, Verfolgungsjagden und zu ergründenden Geheimnissen, bei dem sie doch von ihrem sonst so subtilen Vorgehen abweichen muss. Denn manchmal braucht es eben doch Gewalt …


Na, wer musste beim Lesen des Klappentexts auch an Marvel denken? Megan – Black Widow – hat tatsächlich gewisse Ähnlichkeiten mit Natascha. Abgesehen von den offensichtlichen roten Haaren, haben beide Frauen die spezielle Art, ihren Körper einzusetzen, um ihre Opfer näher heranzulocken. Das war es auch schon an Ähnlichkeiten, sonst haben die beiden nichts mehr mit einander zu tun.
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, Megans und Abigails, und sie könnten gar nicht unterschiedlicher sein. Beide Figuren sind vielschichtig aufgebaut. Megan ist ruhig und wie gesagt, ihre Art zu töten hat Stil. Abigail dagegen ist temperamentvoll, sie regt sich schnell auf, doch mit dem Colt macht ihr keiner etwas vor. Gerade in dieser Kombination spiegelt die Tötungsweise den jeweiligen Charakter gut wieder, finde ich. Ich mochte sie beide auf ihre Weise und besonders die Dynamik zwischen ihnen. Es hat Spaßgemacht, zu beobachten, wie sie sich gegenseitig gesehen haben zwischen dem ersten Aufeinandertreffen und der letzten Szene. Dennoch, Megan war mein Liebling. Im direkten Vergleich wirkt Abigail so gewöhnlich neben ihr, die typische Auftragsmörderin, wie ich mir eine im ersten Moment vorstellen würde.
Im Gegensatz zu Megan und Abigail wirken die meisten Nebencharaktere dagegen recht eindimensional. Sie werden fast alle auf eine einzige Eigenschaft oder Funktion beschränkt, was ich schade fand. Einige hatten interessante Ansätze und konnten sich gefühlt nur nicht entfalten.
Bis zur Hälfte etwa besteht das Buch aus mehreren Aufträgen von Megan und Abigail, bei denen sie teilweise aufeinander treffen und die scheinbar nicht mit einander zusammenhängen. Es dauert lange, bis ein roter Faden erkennbar wird. Gerade als es anfing, mich zu stören, dass es kein Ziel gibt, auf das die Geschichte hinarbeitet, kamen die Verbindungen zwischen den Ereignissen und das größere Bild langsam zum Vorschein. Ich kann damit leben, hätte es trotzdem gerne schon früher gesehen. So wirkt die erste Hälfte wie eine sehr lange Einleitung und dementsprechend hat der Rest der Geschichte weniger Raum.
Ich sage das immer wieder: wenn ich irgendwas zum Schreibstil schreibe, dann nur, wenn er besonders gut oder besonders schlecht war. Im Fall von So brauch ich Gewalt ist es der erste Fall. Die Autorin hat eine geniale Balance gefunden. Einerseits passt er zum historischen Setting und wirkt leicht altmodisch, andererseits aber benutzt sie moderne Begriffe, die zu den modernen Ansichten von Hawk und Black Widow passen. Dadurch lässt sich das Buch einfach lesen. Zusätzlich habe ich mir während des Lesens bestimmt mindestens ein Dutzend Stellen markiert, Stephanie Mühlsteph bringt Sachen teilweise kurz und schön beschrieben auf den Punkt, da geht es gar nicht anders.
Abschließend will ich noch sagen, dass mir am Ende noch zu vieles offen geblieben ist und ich auf eine Fortsetzung hoffe, in denen die Hintergründe der Sealgair erklärt werden. Wieso haben alle zum Beispiel Tiere als Codenamen? Wer sucht sie aus? Das wollte ich von Anfang an Wissen. Oder auch, wie das mit den Sealgair überhaupt anfing. Da sehe ich definitiv noch Potential.


Fazit

Auftragskillerinnen im historischen London und ein toller Schreibstil – was gibt es daran nicht zu lieben? Trotz meiner kleinen Kritikpunkte kann ich das Buch nur empfehlen, ich hatte eine Menge Spaß mit Abigail und Megan.

Mittwoch, 21. März 2018

[Rezension] Im Zauberbann des Schneemonds von Natalie Luca

Vielen Dank an Natalie Luca für das Rezensionsexemplar.

Klappentext

Neuwald - ein nobler Stadtteil in den Weinbergen des Wienerwalds: Hierher muss die siebzehnjährige Ari nach einem Schicksalsschlag ziehen, um bei ihrem Großvater zu leben, den sie nie zuvor kennengelernt hat.
Als wäre das nicht schon schlimm genug, wird Ari in der neuen Privatschule schnell klar, dass etwas sehr Merkwürdiges in Neuwald vorgeht. Die alten Adelsfamilien der Gegend scheinen ein dunkles Geheimnis zu hüten …
Wie viel weiß der gutaussehende, aber verschlossene Schüler-Counselor Lykos darüber? Ari beginnt nachzuforschen und gerät dabei selbst in größte Gefahr …


Ich habe mich sehr auf Natalie Lucas neues Buch gefreut. Sobald ich von ihrer neuen Reihe erfahren habe, habe ich gar nicht weiter darüber nachgedacht, ob ich es lesen werde – ich mag ihren Schreibstil sehr und bisher mochte ich alle Bücher von ihr, die ich gelesen habe. Leider ist „Im Zauberbann des Schneemonds“ die erste Ausnahme. Direkt nach dem Lesen habe ich dem Buch drei Sterne gegeben, doch je länger ich darüber nachdenke, desto mehr hat mich gestört.

Ich lasse euch ein paar Wörter da: Vollmond, Jäger, Wolf. Woran denkt ihr? Werwölfe? Glückwunsch, ihr seid schneller darauf gekommen als Ari. Ich erwarte gar nicht, dass sie ganz alleine hinter die Geheimnisse Neuwalds kommt, aber wenn wir bei den Worten allein schon an Werwölfe denken, wieso nicht auch Ari, die noch viel mehr Hinweise hat? Wenigstens einen Gedanken à la „Glauben die tatsächlich an Werwölfe?“ hätte ich super gefunden. Es dauert lange, sehr lange, bis sie erfährt, was in Neuwald überhaupt los ist und selbst dann hat sie noch Probleme damit, es zu glauben, obwohl es wirklich überall um sie herum ist. Ihr muss alles Wort für Wort gesagt werden, von selbst kommt sie auf gar nichts. Sie hat sogar an einer Stelle das Wort „Werwolf“ gehört. Ihre Reaktion? Tja, drei Mal dürft ihr raten...

Wobei die Wölfe selber ziemlich cool sind. Die Ideen und Strukturen sind interessant und gut durchdacht und obwohl man nicht viel davon mitkriegt, waren sie einer meiner Lieblingsteile des Buches. Das wäre einer der Punkte, die mich vielleicht reizen würden, die Reihe weiterzuverfolgen.
Dagegen fand ich den Konflikt zwischen den Wölfen und den Jägern relativ eindimensional gehalten. Die Wölfe hassen die Jäger, die Jäger hassen sie Wölfe und sobald sie auf einander treffen und die Fehde erwähnt wird, bestehen sie nur noch aus Zorn und Hass und der Rest ihrer Persönlichkeit ist ausgelöscht. Außer den Protagonisten und den Leuten, mit denen sie direkt zu tun haben, kann ich über sonst niemanden etwas anderes sagen, als dass er zu einer der Gruppen gehört.

Natalie hat es drauf, ruhige, zurückhaltende Protagonistinnen zu schreiben, in denen ich mich bis zu einem gewissen Grad wiederfinde. Auch Ari ist wieder so eine Protagonistin, die sich eher im Hintergrund hält. Leider hatte ich öfter das Gefühl, dass das nicht unbedingt zu der Geschichte passt, dass die Autorin in diesem Buch erzählt. Ari stolpert praktisch in einen bevorstehenden Krieg und ist Mitten drin. Völlig unabhängig davon, was sonst geschieht – das ist die Position, bei der es am gefährlichsten ist und bei der es meiner Meinung nach tödlich sein kann, wenn man nichts tut. Ari tut nicht viel und steht mitten zwischen den Fronten und so sehr ich verstehe, dass die Autorin sie bewusst anders machen wollte als die anderen Figuren um sie herum, wie zur Hölle hat sie es geschafft, nicht mal verletzt zu werden?

Ein zentraler Punkt des Buches ist die „Liebesgeschichte“ zwischen Ari und dem Ordensbruder und Schüler Counselor Lykos. Ein Ordensbruder! Oh Gott, wie kann sie nur? Er ist doch ein ORDENSBRUDER!! Von Anfang an hält Ari ihre Liebe zu ihm genau deshalb für verboten, sogar noch, als sie erfährt, dass er bisher noch keine Schwüre abgelegt und deshalb auch kein richtiger Bruder ist. Wie wäre es mit dem Werwolf-Jäger Konflikt und dass die Gruppen sich sonst hassen und immer nur für sich bleiben? Wollt ihr mir weismachen, dass das nicht ein viel besseres Argument für diese verbotene Liebe gewesen wäre als irgendwelche Vorgeschobenen Ordensbruder-Ausreden? Wie auch immer, verboten oder nicht, die Liebe ist da. Nur leider war sie mir vollkommen egal. Ich sehe die Punkte, an denen sich die Beziehung zwischen den beiden entwickeln und vertiefen sollte, ich verstehe objektiv, wieso das an genau den Stellen passiert. Aber die Gefühle, die Lykos und Ari anscheinend haben, kommen nicht bei mir an. Es war nicht direkt eine Instalove, Ari fühlte sich nur vom ersten Moment an zu Lykos hingezogen und Lykos hatte keine tieferen Gefühle ihr gegenüber. Aber so fühlt es sich an. Von dieser anfänglichen Faszination kommt Ari nicht weg. Wenn ich einen Graphen zeichnen würde mit ihren Gefühlen ihm gegenüber, es wäre eine konstante Gerade, er TUT sich einfach nichts mehr. Bei Lykos dagegen kriegt man nicht viel mit. Es gibt diese paar Ereignisse, bei denen Ari mehr oder weniger was für ihn tut und er fühlt sich vermutlich dankbar und verpflichtet, diese Schuld zu begleichen. So kam es zumindest bei mir an. Später aus dem Nichts nennt er Ari „mein Herz“. Mag sein, dass er das wirklich fühlt und es nur die ganze Zeit verborgen hat oder ich nur zu doof bin seine Gefühle zu lesen, wenn nicht explizit steht, wie er sich fühlt. Aber für mich passt das nicht zusammen.

Einen Punkt möchte ich noch ansprechen. Und zwar betrifft es die Familiennamen in dem Buch. Der einzige Nachname aus Neuwald, den ich noch im Kopf habe, ist von Grafenstein, der Name von Aris Familie. Dafür, dass diese Namen ziemlich wichtig für die Geschichte sind, finde ich das traurig. Die Jäger und die Wölfe haben alle längere Namen, mit denen sie angesprochen werden, wenn die Sprache auf sie fällt. Versteht mich nicht falsch, während des Lesens wusste ich, wer gemeint war und die Namen passen zu einem gehobenem Viertel Österreichs. Doch selbst da hätte ich keinen von ihnen nennen können, wenn mich jemand gefragt hätte. Sie bleiben nicht im Kopf.



Fazit

Leider hat mir Natalie Lucas neues Buch nicht gefallen. Von den Protagonisten und ihrer Beziehung unter einander, über die blassen Nebenfiguren bis zum Hauptkonflikt hat mich „Im Zauberbann des Schneemonds“ nicht überzeugen können. Ich lege euch ans Herz, eher Natalies andere Romane, „Unter goldenen Schwingen“ und „Gefährliche Wünsche“ zu lesen.

Samstag, 2. Dezember 2017

Bird and Sword von Amy Harmon

*3,5 Sterne*

Vielen Dank an Lyx und Netgalley für das Rezensionsexemplar!


Inhalt
Lark ist fünf Jahre alt, als ihre Mutter vor ihren Augen hingerichtet wird. Ihre letzten Worte sind "Still, Tochter. Bleib am Leben.", womit sie Lark sowohl die Fähigkeit nimmt, zu sprechen, als auch die Möglichkeit, ihre Magie einzusetzen - eine Todsünde im abergläubischen Jeru. Dreizehn Jahre verbringt das Mädchen daraufhin am Hof ihres Vaters, der sich für sie schämt und sie wie einen Vogel im goldenen Käfig hält. Lark wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich frei zu sein. Da bittet König Tiras von Jeru ihren Vater um Unterstützung im bevorstehenden Krieg. Um sicherzugehen, dass dieser sich an die Abmachung hält, nimmt der König Lark als Geisel mit in sein Schloss. Zunächst fürchtet sich Lark vor Tiras. Doch sie merkt schnell, dass er der Einzige ist, der sie auch ohne ihre Stimme verstehen kann ...


Bird and Sword hat von mir 3,5 Sterne bekommen. Das ist ja an sich keine schlechte Wertung, aber ich will trotzdem etwas erklären, bevor ich richtig loslege. Und zwar habe ich von dem Buch kein Märchen erwartet und dementsprechen auch nicht einige Aspekte, die mich bei Märchen generell öfter mal stören.
Ich habe also mit komplett falschen Erwartungen angefangen, die Geschichte ist sehr viel ruhiger als die actiongeladene Fantasy, die in Richtung Throne of Glass geht. Dennoch habe ich mich nach ein paar Umgewöhnungsseiten fallen lassen und Larks Geschichte und den märchenhaften (^^) Schreibstil genießen. Ich meine, hier sind einge Sätze, die ich mir markiert habe:

Die Feigen und Schwachen ließen zu, dass das Böse gedieh.“

Worte können grausam sein, wenn man die Wahrheit nicht hören will.“


Völlig untypisch ist Lark eine unauffällige, graue Maus, die damit aber auch ganz zufrieden ist. Sie ist auf eine Art gar nicht besonders und will es auch gar nicht sein. Die hat einen fast naiven Glauben an das Gute, obwohl sie echt keinen Grund dafür hat, so, wie sie zu Hause behandelt wurde. Und auf ihre stille Art ist sie stark und lässt sich nicht von der Welt zerquetschen. Die Mischung ist klasse, ich mochte Larks Version einer toughen Protagonistin sehr gerne.
Was mir sehr gefallen hat war das Magiesystem der Welt. Dass es mehr oder weniger normal ist, welche zu haben und man nicht direkt auserwählt ist, weil man ein paar Fähigkeiten hat. Und wie „alltäglich“ die Fähigkeiten sein: sich in Tiere Verwandeln, Heilen, Weissagen und Spinnen bzw. Stoffe in andere Stoffe verwandeln. Fähigkeiten, die dazu geeignet sind, im täglichen Leben genutzt zu werden. Auch Larks extrabesondere Gabe wirkt natürlich und passt vor allem super zu ihrem Charakter.
Womit ich nicht völlig zufrieden bin, sind Tiras und die Liebesgeschichte zwischen ihm und Lark. Tiras ist vom Typ Prince Charming, er hat kaum Ecken und Kanten und ich habe das Gefühl, hätte er den Fluch nicht gehabt, wäre er völlig langweilig gewesen. Er war ganz nett, hat einige wahnsinnig tolle Sachen gemacht, doch seine Rolle und sein Charakter haben für mich nicht ganz zusammen gepasst.
Jaa, wie gesagt ist es nach wie vor ein Märchen und weist Märchenaspekte auf. Märchen sind oft vorhersehbar und das Buch hier bildet leider keine Ausnahme. Der Bösewicht ist böse, weil er nun mal der Bösewicht ist und das selbe mit den Helden (wie Tiras). Ich bin kein großer Märchenfan, vielleicht stört das andere gar nicht so sehr, doch mich hat das gestört und ich habe bis zum Ende gehofft, dass es doch anders kommt, dass die Figuren mehr Tiefe und die Geschichte mehr Wendungen kriegt. Deshalb kam mir das Buch auch etwas zu lang vor für die Geschichte, einen Teil der zweiten Hälfte hätte man auch streichen können.
Laut Goodreads gibt es einen zweiten Teil von Bird and Sword. Ich habe keine Ahnung, ob ich ihn lesen werde. Einerseits habe ich das Buch gerne gelesen und vieles hat mir gefallen, andererseits ist die Story abgeschlossen und ich kann mir nicht vorstellen, was da noch kommen soll, sodass es gezwungen wirkt.



Fazit

Bird and Sword ist ein nettes, märchenhaftes Buch, das man gerade zwischendurch gut lesen kann und meine „Probleme“ damit sind mein persönlicher Geschmack. Falls ich mit meinem jetzigen Wissen vor der Wahl stünde, hätte ich das Buch vermutlich trotzdem gelesen.

Donnerstag, 16. November 2017

Berühre mich. Nicht. von Laura Kneidl

Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt dies ihr Herz gefährlich schneller schlagen ...

Ich habe ein paar von Laura Kneidls Büchern gelesen und auch gemocht, doch ich hätte nie gedacht, dass aus ihrer Feder mal so eine Perle kommen würde. In den vorherigen zwei Wochen habe ich noch zwei weitere NA Bücher gelesen, um meine plötzliche Lust auf das Genre zu stillen. Berühre mich. Nicht. hat alles, was ich in denen gesucht und nicht gefunden habe.
Zuerst das unwichtigste: Es ist für NA ja üblich, dass die am College spielen, doch vom Studium der Figuren selbst bekommt man nicht viel mit. HIER NICHT! Man schlägt das Buch auf und merkt: diese Leute studieren. Sie haben Stress mit Hausarbeiten und der Vorbereitung auf Klausuren und nicht allzu viel Freizeit (an dieser Stelle mochte ich Physikstudentin und Freundin April sehr =P), sie sitzen in ihren Vorlesungen und hören ihrem Professor zu und lästern untereinander über sie. Man sitzt mit vielen Leuten im Vorlesungssaal, von denen man die meisten nicht mal kennt. Sage führt das „typische“ armer Student-Dasein. Es gibt die eine oder andere Party, klar, doch das Thema Party ist hier nicht zentral wichtig für die Geschichte.
Nicht nur das Studentendasein ist realistisch aufgebaut. Auch generell sind Entwicklungen logisch und nehmen sich die Zeit, die sie brauchen. Manchmal hat es mich wahnsinnig gemacht, wie langsam Luca und Sage sich näher kamen, doch ich würde es gar nicht anders haben wollen, alles andere würde keinen Sinn machen. Oder auch Sages Umgang mit ihrem Problem, das nicht über Nacht plötzlich weg ist. Toll, einfach toll. (Und erinnert mich an mein anderes Jahreshighlight, wo es dieses Wunderheilmittel ebenfalls nicht gab.)
Berühre mich. Nicht. hat mich direkt von der ersten Seite an gefesselt und so sehr mitgenommen. Ich habe mit Sage gefühlt, ich wollte wissen, was ihr widerfahren ist und ich habe micht über jeden kleinen Erfolg mit ihr gefreut. DAS ist die Art von Buch, die meine Liebe zum Lesen immer wieder neu entfachen.
Die Figuren sind toll. Die Hauptcharaktere sind durchweg sympathisch, haben aber auch ihre Ecken und Kanten, die ihnen Tiefe verleihen. Ich kaufe es Laura einfach ab, Sage ist nicht perfekt, April und Luca sind keine Engel. Ich habe das schon ein paar mal hier gesagt, aber auch sie sind genauso realistisch, wie auch alles andere an dem Buch.
Einziges kleines Manko: Das Ende! WIE kann man Leser so hängen lassen? D= Der 2. Teil kommt Ende Januar raus, ich wollte ihn am liebsten nach den ersten 50 Seiten schon haben. Ich hätte sehr viel lieber ein doppelt so dickes Buch gelesen und alles direkt zusammen gehabt, als jetzt diese Qual aka Warten durchstehen zu müssen.


Fazit


Lest es. Lest dieses Buch unbedingt, es ist eine der besten New Adult Geschichten, die ich kenne. Besonders Fans des Genres werden viel Freude daran haben. Doch wartet am besten noch die zwei Monate, damit ihr beide Teile direkt hintereinander lesen könnt. Vertraut mir.