Sonntag, 4. Oktober 2015

[R] Von der Nacht verzaubert von Amy Plum

Inhalt

Als Kate Merciers Eltern bei einem tragischen Unfall sterben, zieht sie zusammen mit ihrer Schwester Georgia zu den Großeltern nach Paris. Jede versucht auf ihre eigene Weise, ihr altes Leben und ihre schmerzvollen Erinnerungen hinter sich zu lassen. Während Georgia sich in das Nachtleben stürzt, sucht Kate Zuflucht in ihren Büchern – bis sie eines Tages Vincent trifft, der es schafft, ihren Schutzpanzer zu durchbrechen. Bei Spaziergängen entlang der Seine und durch die spätsommerlichen Gassen von Paris beginnt Kate, sich in ihn zu verlieben – nur um kurze Zeit später zu erfahren, dass Vincent ein Revenant ist. Die Liebe der beiden steht unter einem schlechten Stern: Vincent und seine Freunde sind in einen jahrhundertealten Kampf gegen eine Gruppe rachsüchtiger Revenants verstrickt. Schnell begreift Kate, dass ihr Leben niemals wieder sicher sein wird, wenn sie ihrem Herzen folgt.

Durch die Cover ist mir diese Reihe immer mal wieder aufgefallen und auch immer mal wieder von verschiedenen Leuten empfohlen worden. Die Sache ist nur die: Ich habe das Gefühl, das Buch besteht zu einem Großteil aus Jugendbuchklischees, die schon in unzähligen anderen Büchern vorkommen, die mit ein bisschen „Coole Idee“-Saft verdünnt wurde, aber nicht genug, um irgendwas zu retten.
Da wäre Kate. Kate, die nichts Besonderes ist, kaum etwas macht und ziemlich deprimiert durch die Gegend läuft – natürlich, ihre Eltern sind ja gestorben, da darf sie das! Das Schicksal ist aber auf Kates Seite, denn sie trifft einen tollen Typen, der ihr die Welt zu Füßen legt und sie bis zum Letzten verwöhnt – aber er ist kein Mensch. Oh Schreck, deshalb kann Kate nicht mit ihm zusammen sein, auch wenn sie sich in den Wochen ihrer Trennung nach ihm verzehrt und unglücklich über ihre voreilige Entscheidungen ist. Aber hey, wenn ich schon Dramaqueen spiele, dann kann ich doch auch wieder in Selbstmitleid zerfließen, wenn es mal nicht so aufgeht, wie ich es mit vorgestellt habe, oder?
Da wäre der Stalker, der seit dem ersten Aufeinandertreffen mir Kate unsterblich in sie verliebt ist, aus welchen Gründen auch immer, und vielleicht sind diese unbekannten Gründe daran Schuld, dass Vincent dabei die eine oder andere Hirnzelle verloren hat. Schönes Mädchen – da muss er sie natürlich verfolgen und alles über sie herausfinden, was er kann. Ansprechen und sie direkt fragen ist etwas für Versager. Erschrecken wir unsere Angebetete bei unserem ersten Gespräch lieber damit, dass wir schon wissen, was sie mag und wo sie wohnt. Damit kriegt man doch jede rum! Aber in Wahrheit sind wir doch der perfekte Traumtyp und würden alles für sie tun und wenn wir sie mal nicht sehen können, dann kommt das dem Weltuntergang gleich.
Egal, irgendwann gehört Kate dann zu Vincent und seiner Familie dazu, es ist sowas wie ihr zweites Zuhause. Na, klingelt da was? Genau, mich erinnert es bis hierher auch total an Twilight, nur eben nicht mit Vampiren, sondern Revenants und in Paris statt in einer amerikanischen Kleinstadt. In der Stadt der Liebe ist doch jede Geschichte gleich viel romantischer! Die Revenants waren die bereits erwähnte coole Idee, die die Geschichte nicht retten konnte. Zombies, die immer wieder sterben, um andere Menschen zu retten. Das ist cool und verspricht Action, richtig? FALSCH. Die Liebesgeschichte und das Drama sind viel zu wichtig, um ein paar Actionszenen einzubauen, die einen genug umhauen, dass man unbedingt wissen will, was als nächstes passiert.
Genauso wenig gelungen fand ich die Sprüche und Anspielungen der Charaktere auf das ganze Zombie-/Unsterblichkeit-/Was-auch-immer-Ding. Etwas wie „Du warst noch nie einer der hellsten Zombies des Friedhofs“ klingt in meinen Ohren einfach nur lächerlich und sehr gewollt. Selbst wenn ich ein Zombie bin und einen Zombie beleidigen will, dann würde in dieser Beleidigung zu 99% KEIN Zombie vorkommen, aber okay, ich bin keiner und ich kenne auch keinen, den ich beleidigen könnte.

Über die Autorin:

Amy Plum wurde in Birmingham geboren. Schon bald wollte sie hinaus in die Welt und es lockten sie die größeren Städte wie Paris oder London. Außerdem arbeitete Plum eine zeitlang als Kunsthistorikerin in New York. Heute lebt Plum mit ihrem Mann, ihren zwei Kindern und einem Hund in einem großen Bauernhaus in der französischen Provinz. Wann immer es die Zeit zulässt sitzt die Autorin in dem kleinen Steinhäuschen in ihrem Garten und schreibt. 

Fazit

Diese Rezension ist das Ergebnis von jeder Menge Frust darüber, dass die Leute, die mir das Buch empfohlen haben, es mochten und ich natürlich wieder zu denen gehöre, die es nicht tun. Sorry, aber ich konnte das echt nicht allzu ernst nehmen.

Kommentare:

  1. *Lach* Diese Rezension trieft üüüüberhaupt nicht mit Ironie pur. =D Voll genial!! Die Zombie-Idee hört sich wirklich genial und witzig an, aber ein Zombie-Stalker? Hilfe! xD Also ein Jugendklischee-Buch, das ich eigentlich indirekt auch schon gelesen habe. =') Na dann weiß ich zumindest, dass ich das nicht unbedingt auch noch lesen muss. =)

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    1. Ach, nicht? Dann habe ich vielleicht etwas falsch gemacht. xD
      Genau das dachte ich auch. Edward als Vampir. Urgh, nein, danke. xD

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  2. Hey :)

    Haben wir nicht alle mittlerweile jede Menge Jugendbücher gelesen, die mit Klischees vollgestopft sind? Ich denk mir das jedenfalls schon sehr oft. Trotzdem kann ich manchen Büchern die Klischees verzeichen, wenn sie mich sonst mitreißen. So wie du das beschreibst, ist dir das offensichtlich nicht gelungen ^^ ... Schade eigentlich, denn das Cover finde ich toll, mit diesen Jugendstil-Elementen ist das ein wunderbarer Hingucker.

    Liebe Grüße
    Ascari vom Leseratz Blog

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    1. Ja, da hast du recht. Mir geht es genauso. Ich habe nichts gegen Klischees, wenn das Buch ansonsten gut ist. =)

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