Samstag, 18. Oktober 2014

Schmetterlingsherz von Mascha Matysiak

Inhalt

Mimi hat das Gefühl, bei Germany's Next Topmodel gelandet zu sein. Denn genauso verrückt geht's im Studio der Berliner Modefotografin zu, bei der sie gerade ein Praktikum macht. Neben schrägen Designern trifft Mimi auch den coolen Chris. Mit ihm soll sie spannende Foto-Locations suchen, was der schönen Lola gar nicht gefällt. Das Model ist nämlich selbst in Chris verliebt und setzt alles daran, ihn für sich zu gewinnen ...

Man merkt, dass das Buch jüngere Mädchen ansprechen soll. Es unterscheidet sich von meinen sonstigen Lesegewohnheiten. Zum einen ist Mimi, die Protagonistin, mit ihren etwa 14 Jahren jünger, als ich es sonst gewohnt bin. Aber auch das Thema des Buches ist deutlich auf das jüngere Publikum konzipiert. Während für gewöhnlich die Liebe im Vordergrund steht, tritt sie hier einen Schritt zurück und macht Platz für die (nicht ganz so) glitzernde Modewelt. Das finde ich einerseits toll, dass es auch noch solche Bücher gibt, bei denen es nicht nur um die Liebe geht, andererseits lese ich einfach gerne über die Liebe.
Mimi ist eine gewöhnliches Mädchen, dass in einem Dorf aufgewachsen ist und nun in die Großstadt schlechthin kommt: Berlin. Während man ihre Eindrücke hautnah mitbekommt, habe ich kaum einen Eindruck von ihr bekommen können. Zwar erfährt man genug über sie, besonders auch über ihre Vergangenheit, aber was für einen Charakter hat sie eigentlich? Das könnte ich jetzt beim besten Willen nicht mehr sagen, lediglich dass sie eine nette und einigermaßen sympathische Person ist. Ich muss auch gestehen, dass ich einen recht großen Teil der Zeit vergessen habe, dass Mimi überhaupt so heißt. Der Name wird nicht sehr oft genannt und ging bei mir immer wieder unter, bis er irgendwann doch einmal hängen blieb.
Der unumstrittene Star in diesem Buch ist der Make-up-Artist und Assistent der Fotografin Tine, KDW. Sein Name ist eine Anspielung auf das berühmte Einkaufszentrum Berlins, das KaDeWe. Er ist ein ziemlich durchgeknallter, aber dadurch auch sehr liebenswerter Mensch. KDW, der Mimi nicht nur Tipps zum Thema Liebe gibt, sondern sich auch um sie kümmert und für sie da ist, während Tine durch die ganze Welt fliegt und ihren Beruf ausübt.
Und wo ich schon dabei bin: KDW ist nicht der einzige Liebesbeweis der Autorin an unsere Hauptstadt. Ihre Liebe zu Berlin ist in jeder Zeile deutlich zu spüren, ob sie gerade den Fernsehturm auf dem Alexanderplatz beschreibt oder eine kleine, unbekannte Ecke der Stadt. Man sieht die Orte vor sich und erlebt Berlin auf eine ganz andere Weise, als man es sonst kennt, und kriegt direkt Lust, selbst dort zu sein. Die Autorin und Berlin, keine Frage, passen einfach zusammen.
Was mir auch gefallen hat, ist der bereits erwähnte Einblick in die Welt der Mode. Ich habe nicht viel mit Mode zu tun. Ich weiß, dass es Kollektionen gibt, die sich ständig ändern. Und, dass es Menschen gibt, die viel Geld dafür ausgeben. Auch wenn es mir nicht komplett neu war und meine Meinung nicht beeinflusst hat, war es doch ganz nett, mal zu sehen, wie so eine Kollektion entsteht und an die Menschen kommt und wie viele Leute daran beteiligt sind. Die Modebranche ist nicht so leicht, wie sie erscheint


Über die Autorin:

Mascha Matysiak wollte als Kind gerne Musicalstar werden, doch zu mehr als einigen ambitionierten Soloeinlagen unter der Dusche kam es nie. Stattdessen studierte sie Kunstgeschichte, Germanistik und spanische Philologie. Seit ihrem Abschluss widmet sie sich intensiv und voller Freude dem Schreiben. Sie mag Dachgeschosswohnungen, den Coast Path, Bauernhofgeruch und guten Cappuccino mit ganz viel Schaum. Was sie nicht mag, sind zu lange Winter, Teppichboden, leidende Tiere und Humorlosigkeit. Gemeinsam mit ihrem Mann und zwei verfressenen Meerschweinchen lebt die Autorin in Berlin. 

Fazit

„Schmetterlingsherz“ ist eine süße Geschichte für jüngere Mädchen, die einen in die schönsten Ecken Berlins versetzt und Einblick in die Realität der Modewelt gibt. Und mit KDW, der dem Buch einen ganz besonderen Charme verleiht.

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