Freitag, 24. Oktober 2014

Salt & Storm von Kendall Kulper

Inhalt

Seit Generationen verlässt kein Schiff den Hafen von Prince Island ohne einen Talisman der mächtigen Roe-Frauen. Avery ist die Jüngste und Letzte ihrer Linie. Nimmt sie ihr Erbe an, wird sie Macht über das Meer, den Sturm, das Glück und die Liebe haben. Doch sie weiß noch nicht, dass der Preis dafür ihr eigenes gebrochenes Herz sein wird. Verweigert sie sich ihrem Schicksal, muss sie sterben.

In „Salt & Storm“ spielt das Meer eine unglaublich wichtige Rolle. Viele Kilometer entfernt vom nächsten Meer, konnte ich es beim Lesen dennoch nicht nur deutlich vor mir sehen, sondern es auch auf der Haut spüren und das Salz des Meeres riechen. Das Buch brachte das Gefühl des Meeres mit und hat es in jeder Zeile versprüht. Denn das Meer wurde nicht nur ständig erwähnt, was nicht verwunderlich ist, da die Geschichte auf einer kleinen Insel spielt, sondern auch die Sprache ist mit vielen Vergleichen und Anspielungen aufs Meer gespickt.
Diese Allgegenwärtigkeit des Wassers war ein großer Teil dessen, was mir an dem Buch so gut gefallen hat. Ich bin eigentlich kein besonders großer Fan vom Meer, doch Averys besondere Bindung zu ihm und auch das Buch ganz allgemein haben mich so mitgerissen, dass ich hier einfach eine Ausnahme mache. Das Meer ist toll und das Buch bringt das wundervoll rüber.
Die Protagonistin der Geschichte ist Avery. Ich mag Avery. Zumindest am Anfang mochte ich sie. Da war sie zwar verzweifelt, doch ihre Verzweiflung hat sie nicht aufgehalten, sondern ihre Stärke und ihre Entschlossenheit eher noch verstärkt. Sie war eigentlich ein ganz normales Mädchen, das ihrem Traum folgen wollte, doch von der Mutter daran gehindert wurde. Das klingt jetzt nach nichts Ungewöhnlichem, doch fügt man noch hinzu, dass der Traum beinhaltet, um jeden Preis die nächste Roe-Hexe zu werden und die Mutter ihre Tochter durch einen Fluch daran hindert, diesem Traum zu verfolgen, dann wird klar, wo Averys Stärke, aber auch ihre Verzweiflung, herkommt. Wie sich ihr Charakter im Laufe der Geschichte entwickelte mochte ich aber nicht so sehr, wobei ich nicht mal wirklich sagen kann, was genau mich gestört hat. Trotzdem mochte ich Avery immer weniger.
Insgesamt gefiel mir nicht, in welche Richtung das Ganze ging. Während mir Averys Geschichte am Anfang noch ganz gut gefiel und ich mir eine schöne und spannende Zeit mit ihr versprach, nahm das immer mehr ab, je weiter ich kam. Immer und immer wieder musste die Autorin noch ein bisschen mehr Drama auf den Haufen schmeißen, sodass es schließlich so viel war, dass ich keine Ahnung hatte, wieso Avery trotz dieser ganzen Schicksalsschläge noch am Leben war. Mir war das einfach viel zu überladen.
Die Liebesgeschichte fand ich ganz in Ordnung. Sie war nicht kitschig und, viel wichtiger noch, passte super in die Geschichte hinein. Mir gefällt, was die Autorin daraus gemacht hat. Sie hat die Liebe mit Flüchen und Geheimnissen umwickelt, sodass sie sich wirklich an den Rest des Buches anpasst, dabei aber gleichzeitig eine nicht allzu große und die größtdenkbare Rolle einnimmt.

Über die Autorin:

Kendall Kulper wuchs im Norden New Jerseys auf. Sie arbeitete einige Jahre als Journalistin, beschloss aber irgendwann, sich ganz dem Schreiben von literarischen Texten zu widmen. Am meisten beschäftigen sie die Momente, in denen Menschen sich entscheiden müssen: Wer bist du wirklich, wofür stehst du ein – und wer willst du sein? Kendall Kulper lebt mit ihrem Mann und einem Hund in Chicago. 

Fazit

Selbst der Verlauf von „Salt & Storm“ erinnert stark an das Meer: anfangs die Flut, die alles mitreißt, was nicht niet- und nagelfest ist, aber schnell auch vorübergeht und der Ebbe Platz macht, die enthüllt, was das Meer während der Flut angespült hat.

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