Freitag, 25. Juli 2014

Seelenmagie 1 - Unendlich von Alana Falk

Inhalt

Die 18-jährige Lena geht zielstrebig ihren Weg, um endlich ihrem verhassten Heimatdorf und dem ständigen Streit mit ihrer Mutter zu entkommen. Ein Stipendium für Chemie muss her, koste es, was es wolle. Dass sie sich verliebt, ist nicht geplant. Schon gar nicht in den 25-jährigen Cay, der einen Kurs für die Bewerber um das Stipendium leitet. Er teilt ihre Liebe für Chemie und kann anscheinend sogar Kupfer in Gold verwandeln. Cay fasziniert sie, doch Lena darf ihren Gefühlen niemals nachgeben. Eine Beziehung würde all ihre Chancen auf das Stipendium zerstören, und damit jede Hoffnung, ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Verzweifelt wehrt sich Lena gegen ihre Gefühle, doch Cay lässt keine Gelegenheit aus, ihr seine Zuneigung zu zeigen. Lena ahnt nicht, warum er so hartnäckig um sie kämpft, und dass ihre Liebe zu ihm sie so viel mehr kosten könnte als das Stipendium. Denn Cay ist kein einfacher Student, und ihre Begegnung war kein Zufall.

Erstmal vorneweg: „Unendlich“ hatte es bei mir nach meinem letzten Buch wirklich nicht leicht, wahrscheinlich hätte es mir ein ganzes Stück besser gefallen, wenn ich dieses nicht immer wieder vor Augen gehabt hätte. Dennoch hat mir „Unendlich“ gut gefallen und ich werde mir auf jeden Fall auch den nächsten Band anschauen.
Unter anderem hatte das damit zu tun, dass Lena, die Protagonistin, so realistisch gezeichnet ist. Sie ist bodenständig, hat ihre Interessen und Ziele fest im Blick und ist eigentlich gar nicht anders als jeder andere auch. Es gibt so viele verschiedene Arten, wie ein Charakter sein kann und ich finde es schön, dass es auch diese ernsten, aber auch leidenschaftlichen, unsicheren und gleichzeitig fest entschlossenen gibt, so wie hier bei Lena. Mit ihr konnte ich mich identifizieren und mich in vielen Situationen wirklich gut in sie hinein versetzen. Außerdem finde ich es toll, dass Lena naturwissenschaftlich interessiert ist (sprich: Chemie mag). Es gibt ja das Klischee, das jeder kennt, dass Mädchen eher Sprachen liegen und Lena beweist hier, dass das nicht immer stimmt. Mir fällt im Moment wirklich kein anderes Buch ein, bei dem Naturwissenschaften eine so große Rolle für die Protagonistin spielen. Ich halte nicht viel von Klischees und finde es deshalb echt klasse, dass es Gegenbeispiele gibt, die diese widerlegen.
Bei Cay hingegen war ich hin und her gerissen. Einerseits war er ganz nett mit seinen Bemühungen um Lena, andererseits fand ich es ziemlich nervig, dass er immer wieder ihre Entscheidungen für sie trifft. Er brachte sie einfach dazu, dass zu tun, was er für das Beste hielt, ohne ihr groß eine Wahl zu lassen. Zum Beispiel lässt er Lena während eines Chemieversuchs nicht in Ruhe, bis sie einwilligt, bei einem privaten Projekt mitzuhelfen, obwohl sie es am Anfang gar nicht will.
Die Geschichte an sich fand ich in vielen Punkten voraussehbar. Es kam eigentlich nicht vieles auf, das mich wirklich überraschen konnte, aber immerhin gab es diese kleinen Wendungen und Geschehnisse, die ich nicht habe kommen sehen. Das brachte mir die nötige Spannung in die Geschichte, sodass ich über die teilweise etwas weniger spannenderen Stellen gut hinweg kam und immer weiter lesen wollte. Außerdem lag der Fokus für meinen Geschmack viel zu sehr auf der „unmöglichen“ Beziehung zwischen Cay und Lena und viel zu wenig auf dem magischen und übernatürlichen Aspekt. Ich finde, wenn man schon so schöne übernatürliche Aspekte mit in die Geschichte aufnimmt, sollte man sie nicht bloß als Nebenereignis laufen lassen, auf dass hin und wieder kurz zurückgegriffen wird, sondern mehr darauf eingehen.
Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen. Einerseits ziemlich ernst, andererseits aber auch schön leicht und einfach zu lesen, sodass ich immer wieder in die Geschichte und in das kleine Städtchen, in dem Lena lebt und zur Schule geht, eingetaucht bin und in dieser geheimnisvollen, gefährlichen und sehnsuchtsvollen Atmosphäre ganz vergessen konnte, wo ich bin.


Zur Autorin:

Alana Falk wurde 1980 geboren und ist in Süddeutschland aufgewachsen, wo sie mit ihrem Mann und ihrem Kater lebt. Seit sie in den USA für einige Monate eine High School besuchte, ist die englische Sprache ihre Leidenschaft. Heute übersetzt sie mit Hingabe Liebesromane. Sie liebt TV-Serien und Filme, Bücher und Musik. Wenn sie ein Lied gefunden hat, das sie inspiriert, hört sie es wochenlang in Endlosschleife, während sie an ihren romantischen Fantasygeschichten schreibt. 



Fazit

Mit der tollen Protagonistin und dieser tollen Atmosphäre konnte „Unendlich“ mich zwar gut unterhalten, hatte aber einige Aspekte, die mich störten. Es tut mir sehr leid für das Buch, dass es so schwer hatte, aber trotzdem bin ich froh für die Zeit, in der ich Lena über die Schulter blicken konnte.

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