Samstag, 27. Dezember 2014

Schattenhauch von Tanja Bern

Inhalt

Die siebzehnjährige Amelie ist einer der wenigen übrig gebliebenen Menschen einer veränderten Welt. Umringt von riesigen Festungswällen führen sie und die anderen Dorfbewohner ein einfaches naturverbundenes Leben ohne Strom, Gas und allem, was seit der zerstörerischen Chemiekatastrophe vor dreißig Jahren vernichtet wurde. Amelie kennt es nicht anders, sie ist glücklich. Mögen da draußen im undurchdringlichen Urwald die Schatten lauern, sie weiß, dass ihr nichts passieren kann, so lange sie hinter den Barrieren bleibt. Aber dann geschieht etwas, was sie zum Verlassen des Dorfes zwingt. Und zwar ausgerechnet mit dem Jungen an ihrer Seite, den man einst in den düsteren Wäldern gefunden hat...

„Schattenhauch“ ist ein Buch, das mit keinem anderen vergleichbar ist, welches ich kenne. Zwar enthält sie auch die für Impress-Titel übliche Liebesgeschichte, doch sie spielt hier eher eine Nebenrolle. Die Natur und die Katastrophe, die durch Fracking verursacht wurde, sind eindeutig Mittelpunkt der Geschichte.
Deshalb äußere ich mich auch nur kurz zu den Protagonisten. Amelie lernen wir am Anfang als nettes und selbstbewusstes, ansonsten aber relativ normales Mädchen kennen. Nachdem sie aber aus ihrer vertrauten Umgebung kommt, wird sie viel ängstlicher, verletzlicher und auch schüchterner. Verständlich? Ja, klar, auf alle Fälle. Aber mögen tat ich diese Veränderung mal mehr, mal weniger.
Derlyn hingegen mochte ich sehr gerne. Auch er ist, genau wie das Buch, ungewöhnlich und das war einer der Gründe dafür, wieso ich ihn so interessant fand.
Wie schon gesagt, liegt das Augenmerk der Geschichte auf der Natur. Die Natur wird als wunderschön dargestellt, als furchterregend und als der „Retter“ der Menschheit. Und das fand ich sehr beeindruckend. Die Autorin hat das einfach super eingefangen, der Wald erscheint lebendig. Gleichzeitig wird dem Leser aber auch die Bedeutung der Natur bewusst. (Kleine Zwischenbemerkung: In der zehnten Folge der achten Staffel von Doctor Who, „In the Forest of the Night“, ist das übrigens auch so ähnlich. An die musste ich beim Lesen immer mal wieder denken.)
Aber auch das Frecking und die dadurch entstandene Katastrophe sind allgegenwärtig. Für die, die, wie ich vor dem Buch, keine Ahnung haben, was Fracking ist: Es ist eine Form, Energie zu gewinnen. Dabei werden unter der Erdoberfläche Bohrungen nach durchgeführt. Und die ganzen Chemikalien, die dabei verwendet werden, tun der Erde und unserer Umwelt nicht gut. In dem Buch zeigt die Autorin eine Möglichkeit auf, wie diese auch uns Menschen beeinflussen könnten. Teilweise ziemlich erschreckende Bilder und Szenarien zeigen, wie sehr das Thema der Autorin am Herzen liegt. Ich habe vorher noch nie was von Fracking gehört, aber beim Lesen habe ich gesehen, was für ein aktuelles Thema das ist. Das hat mir die Augen dafür geöffnet und mich zum Nachdenken gebracht und da bin ich bestimmt nicht die Einzige.

Über die Autorin:

Tanja Bern lebt mit ihrer Familie und drei Katzen im schönen Ruhrgebiet. Durch eine starke Verbundenheit zur Natur und die Liebe zum Mystischen entstand bei ihr irgendwann der Wunsch einen eigenen Roman zu schreiben. Im Südwesten Irlands wurde ihre dichterische Seele dann aufgeweckt. Beeindruckt von Irland und seinen Sagengestalten, von dem Gefühl, nach Hause gekommen zu sein, begann Tanja Bern die Geschichte zu suchen, die sie unaufhörlich in ihrem Inneren sah. Doch kein Buch konnte das wiedergeben, was sie sich vorstellte – bis sie erkannte, dass all das in ihr selbst war ... Im Frühling 2008 erschien ihr Debüt, der Auftaktroman ihrer Fantasy-Buchreihe, die nun unter dem Namen "Elfental" neu vorgestellt wird. Aktuell sind ihre Romane "Schattenhauch - Ruinen der Dämmerung", "Der silberne Flügel" und "Ruf der Geister". Außerdem ist sie in mehreren Anthologien vertreten und arbeitet an weiteren Romanprojekten unterschiedlicher Genres. Wer mehr erfahren möchte, sollte unbedingt auf der offiziellen Homepage der Autorin vorbeischauen: - www.tanja-bern.de - Hier finden sich auch mehrere Kurzgeschichten, die man kostenlos lesen kann. 


Fazit

„Schattenhauch“ ist ein ganz spezielles Buch, dass einem die Augen für unsere Umwelt öffnet und zum Nachdenken anregt. Aber auch das Fantasy-Element, die Schatten, sind etwas ganz Besonderes und alles zusammen lässt den Leser die Schönheit der Natur sehen.

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