Freitag, 30. Januar 2015

Die Auslese - Nur die Besten überleben von Joelle Charbonneau

Erstmal vorab: SPOILERWARNUNG! Diese Rezension kann Spoiler enthalten!

Inhalt

Nach den verheerenden Fehlern der Vergangenheit war sich die Gesellschaft einig, dass nur noch die Besten politische Macht ausüben dürfen. Von nun an sollten die Psychologen darüber urteilen, in wessen Händen die Zukunft des Landes liegen sollte. So entstand die Auslese. Cia ist sechzehn und damit eine der Jüngsten, die zu den Prüfungen antreten, die darüber entscheiden, ob man für ein Amt geeignet ist. Zunächst ist sie von Stolz erfüllt – bis die erste Kandidatin stirbt! Jetzt breitet sich Angst aus, und Cia erkennt: Nur die Besten überleben …

Nachdem ich, wohin ich auch blicke, praktisch nur positive Meinungen zu diesem Buch sehe, will ich nun mal meine Meinung als Gegengewicht in die Waagschale schmeißen. Denn so leid es mir tut, ich mochte „Die Auslese“ gar nicht. Es hat einfach alles erfüllt, was ich an einem Buch nicht mögen könnte.
Zuerst wären da die Charaktere. Mir waren sie vollkommen gleichgültig. Ich kann nicht sagen, woran das lag, aber selbst als Cia und ihre Freunde sich gerade in einer gefährlichen Situation befanden, war mir egal, was mit ihnen passiert. Zu Cia habe ich auch keinen Anschluss finden können. Am Anfang habe ich noch gehofft, dass das eben erst der Anfang ist und sich das schon noch ändern würde, aber nein. Der einzige Charakter, den ich halbwegs mochte, war Cias Bruder Zeen und der tauchte nur in den ersten 30 (?) Seiten auf.
Von der Idee her fand ich, dass „Die Auslese“ eigentlich gar nicht mal so übel klingt. Eine Ähnlichkeit zu Panem wird dem Buch nachgesagt. Normalerweise stört mich das nicht, ich meine, die Hälfte aller Jugendbücher wird mit Panem, Harry Potter oder sonst welchen großen Sachen verglichen. Der „Auslese“ wurde das hier aber zum Verhängnis. Die Kandidaten, die so weit gekommen sind, wurden in ein abgesperrtes Gebiet geschickt und mussten versuchen, wieder zurück zum Startpunkt zu kommen. Es gab zwanzig College-Plätze zu vergeben und wer diese Prüfung bestand, hatte schon sehr gute Chancen auf einen davon. Natürlich kam es deshalb nicht wenigen in den Sinn, ihre Mitstreiter auf dem Weg einfach auszuschalten, um ihre Chancen auf einen dieser Plätze zu erhöhen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber für mich war das eine exakte Kopie von Panem, nur dass die Autorin einige Kleinigkeiten verändert hat, damit es nicht so offensichtlich ist. Klar gab es ein Paar Unterschiede, zum Beispiel das Ziel, dass jeder, der zum Ziel kommt, überlebt und zu den „Siegern“ gehört und auch die „Arena“ war ein wenig anders. Für mich waren sie aber so klein und unbedeutend, dass sie keinen Unterschied gemacht haben. Vielleicht hätte ich das sogar anders gesehen, wenn die Charaktere mich nur ein bisschen angesprochen hätten, so aber ist das praktisch Panem 2.0.
Des weiteren fand ich das Buch sehr vorhersehbar. Die „Wendungen“ habe ich schon eine halbe Ewigkeit vorher erraten und keine Ahnung, wie man als Leser darauf nicht kommen kann. „Die Auslese“ kann also auch nicht mit ein paar guten Wendungen punkten.
Stellenweise habe ich überlegt, das Buch abzubrechen, aber weil ich das so ungern und nur im Notfall mache, habe ich trotzdem weitergelesen. Tja, aber auch das Ende war eine Enttäuschung. Die Autorin hat es tatsächlich geschafft, eine der wenigen Arten Ende zu erwischen, die ich nicht ausstehen kann. Es war nicht so, als käme dieses Ende unerwartet, ich wusste, dass es so kommen musste. Aber das heißt nicht, dass es mir deshalb besser gefallen hat.
Da stellt sich doch die Frage, ob „Die Auslese“ überhaupt IRGENDETWAS hat, das ich mochte. Die Antwort darauf ist ein kleines und zittriges „Ja“. Ich fand die Prüfungen, die die Kandidaten der Auslese bestehen mussten, ganz interessant. Aber die waren viel zu kurz erklärt. Kurz gestreift, was Cia gerade machen musste und dann ging es auch schon wieder weiter. Außer bei der letzten Prüfung war das so und die mochte ich ja nicht. Deshalb war auch dieser kleine Punkt einfach nicht genug, als das ich dem Buch mehr als einen Stern geben kann.


Über die Autorin:

Joelle Charbonneau ist eigentlich als Musikerin bekannt, die bei zahlreichen Opern und Musicals in der Stadt Chicago mitwirkte. Nachdem ihr während eines Auftritts die Idee für einen Roman kam, wagte sie sich an die Schriftstellerei heran. Mit Erfolg, denn heute gehört sie zu den Autoren auf der New York Times Bestseller-Liste. Bekannt ist Charbonneau unter anderem für ihre Fantasy-Trilogie "Die Auslese". Band 1 dieser Reihe erschien 2013 unter dem Titel "Nur die Besten überleben". Mit dem zweiten Band "Nichts vergessen und nie vergeben" darf ab Anfang des Jahres 2015 gerechnet werden.

Fazit

Wie man unschwer erkennen kann, hat „Die Auslese“ meinen Geschmack meilenweit verfehlt. Und auch wenn ich mich wiederhole: Die Autorin hat es tatsächlich geschafft, einfach alles, was ich an einem Buch nicht mögen könnte, in „Die Auslese“ zu packen. Das ist zwar schade und ärgerlich, aber auf eine Weise bin ich auch fasziniert, das jemand DAS geschafft hat.

Mittwoch, 28. Januar 2015

Bücher des Monats - Dezember und Januar

Die Zeit fliegt nur so dahin. Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich den Post für den Dezember gar nicht geschrieben habe und der erste Monats ist auch schon wieder rum. Dafür habe ich gerade am Ende des letzten Jahres nochmal ein paar besonders schöne und packende Bücher gehabt, die ich gleich mit euch teilen werde. Doch zuerst noch ein verspätetes FROHES NEUES JAHR!




 Onyx. Schattenschimmer
 Jennifer L. Armentrout

Aus der einen oder anderen begeisterten Rezension konnte man schon ziemlich leicht herauslesen, dass ich inzwischen ein riesiger Fan von Armentrout bin. Onyx fand ich noch besser als Obsidian und nun habe ich direkt auf Englisch weiter gemacht. Inzwischen bin ich schon beim vierten Band und kann von Daemon und Katy noch immer nicht genug kriegen.



 Emily Lives Loudly
Tanja Voosen

Wer beim Lesen so richtig lachen möchte, der sollte es auf jeden Fall mit Emily probieren. Der Humor der Autorin ist genial und etwa alle paar Sätze habe ich laut losgelacht. Dazu noch eine süße Geschichte und das Buch ist wie für mich gemacht. Aber was erwartet man auch sonst von Impress?




Hope Forever
Colleen Hoover

Wer auch nur ein bisschen mit Büchern zu tun hat, dem ist Hope Forever bestimmt schon über den Weg gelaufen. Bei all den positiven Stimmen sind die Erwartungen auch entsprechend hoch und sie wurden nicht enttäuscht. Während ich Weil Ich Layken Liebe "nur" okay fand, weil mich das Thema Poetry Slam nicht interessiert, hat Hope Forever mit mitgerissen und vollends begeistert zurück gelassen. Da ich die Welt von Sky und Holder noch nicht verlassen wollte, habe ich direkt auch Losing Hope (dt. Looking for Hope), die ganze Geschichte aus Holders Sicht, sowie die Kurzgeschichte Finding Cinderella, in der es um die besten Freunde der beiden geht, hinterher gelesen und die waren genauso toll.






Ewig und eine Stunde
Feine mit gewissen Vorzügen
Mirjam H. Hüberli
Amelie Murmann

Dann gibt es da noch die BitterSweets, kurze Liebesgeschichte, die es seit diesem Monat gibt. Da sind einige Autoren dabei, die ich kenne und auch mag, deshalb konnte ich sie mir auf keinen Fall entgehen lassen. Gelesen habe ich zwar erst drei (von insgesamt sechs), doch darunter waren schon zwei, die ich bestimmt nicht zum letzten Mal gelesen habe. Sowohl Ewig und eine Stunde, als auch Feinde mit gewissen Vorzügen, die beide komplett verschiedene Geschichten erzählen, haben mir sehr gefallen. Ewig und eine Stunde ist von Mirjam H. Hüberli, da muss ich nichts mehr hinzufügen, außer, dass die Autorin zu der Geschichte auch ein paar wunderschöne Zeichnungen beigestreut hat. Und in Feinde mit gewissen Vorzügen ist eine süße Hass-Liebe, so wie ich sie seit Obsidian mag.



(EDIT. 30.01.2015)



Lux: Consequences
Jennifer L. Armentrout

Und ich habe noch überlegt, ob ich die paar Tage noch warten soll, bis der Monat ganz zu Ende ist... Mit Consequences (Opal & Origin) bin ich auch noch diesen Monat fertig geworden und es ist definiv auch ein Lesehighlight des Monats.






Mittwoch, 21. Januar 2015

Häkelenten tanzen nicht von Jennifer Wolf und Alexandra Fuchs

Vielen Dank an impress für das Rezensionsexemplar!

*4,5 Sterne*

Inhalt

Eigentlich wollte Sam Frank schreiben. Und eigentlich wollte Alice Sam nur sagen, dass sie nicht Frank ist. Doch dann kamen die Häkelenten dazwischen. Diejenigen, die auf dem Klopapier von Sams Oma saßen. Und die Silvesternacht, in der Sam nicht ganz lesbare Neujahrsgrüße verschickte. An Alice. Die zurückschrieb. Und Sam, der antwortete. Bis sie beide nicht mehr aufhören konnten…

Sam und Alice konnten nicht aufhören, sich gegenseitig zu schreiben und ich konnte das selbe nicht beim Lesen. „Häkelenten tanzen nicht“ ist ein herausragendes Buch, bei dem einfach alles stimmt. Die beiden Protagonisten sind sehr sympathisch, Sammys kleine Schwester Ina ist ein Engel und die ganze Geschichte ist nicht nur total süß, sondern auch logisch aufgebaut.
Zu Sam und Alice will ich gar nicht zu viel verraten, den das ist eine der Sachen, die mir beim Lesen so großen Spaß gemacht haben: Die Kleinigkeiten, die entweder Sam, oder Alice ausmachen, aber auch die großen und wichtigen Brocken, die man herausfindet und auf die man vorher bestimmt nicht kommt. Alle beide haben einen witzigen Humor, ansonsten ist Alice so ziemlich das Gegenteil von Sammy. Trotzdem gehören sie zusammen und das merkt man, auch wenn sie sich ohne die fehlgeleitete SMS wahrscheinlich nie getroffen hätten.
Ina ist toll! Müsste ich mich für eine Lieblingsfigur aus diesem Buch entscheiden, dann wäre es ohne Zweifel Ina. Die kleine, süße Schwester, die einerseits schon ziemlich viel Verantwortung übernimmt, andererseits aber auch ein richtiges dreizehnjähriges Mädchen ist und ihre Nachrichten sind dementsprechend total süß. Wie sie Alice um Rat fragt, als sie verliebt ist, ist einfach goldig. Die Kleine kann zwar ziemlich stur sein, aber so liebenswert, wie sie ist, kann sie das meinetwegen ruhig sein.
Was mich besonders begeistert hat, ist, wie durchdacht „Häkelenten tanzen nicht“ ist. Bei Chatromanen kommt früher oder später immer der Punkt, an dem die beiden Chatpartner sich treffen und entweder man erfährt erst hinterher von dem Treffen, oder die beiden schreiben auch währenddessen mit einander, was Beides ich beides nicht so gerne mag. Bei dem einen ist dann eine Lücke in der Geschichte, während das andere so unpersönlich ist. Hier ist das anders. Sam und Alice treffen sich im Laufe der Geschichte mehrere Male und jedes Mal ist der Leser direkt mit dabei. Denn sie und ihre Freunde chatten auch in diesen Momenten, wofür es aber eine gute Erklärung gibt. Somit sind die beiden Autorinnen diese Hürde geschickt und erfolgreich umgangen und von der Idee, wie sie das geschafft haben, bin ich ganz hin und weg.
Nun fehlt eigentlich nur noch die Fortsetzung. Denn obwohl alles wichtigen Punkte am Ende geklärt werden, möchte man schon gerne erfahren, wie es mir Sammy und Alice weiter geht. =)

Zu den beiden Autorinnen:

Jennifer Wolf lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in einem kleinen Dorf zwischen Bonn und Köln. Aufgewachsen ist sie bei ihren Großeltern und es war auch ihre Großmutter, die die Liebe zu Büchern in ihr weckte. Aus Platzmangel wurden nämlich alle Bücher in ihrem Kinderzimmer aufbewahrt und so war es unvermeidbar, dass sie irgendwann mal in eins hineinschaute. Als Jugendliche ärgerte sie sich immer häufiger über den Inhalt einiger Bücher, was mit der Zeit zu dem Entschluss führte, einfach eigene Geschichten zu schreiben.
Alexandra Fuchs ist in einem kleinen Dorf in der Nähe von Stuttgart aufgewachsen. Momentan studiert sie am Bodensee Literatur-Kunst-Medien und kann dabei ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Schon früh zogen sie Bücher in ihren Bann und sie fing an kleine Kurzgeschichten und Gedichte zu schreiben. Daraus wurden schließlich Geschichten, die ganze Bücher füllen konnten. 

Fazit

Einfach wow. Wie Jennifer Wolf und Alexandra Fuchs es geschafft haben, einen süßen, witzigen und tiefgründigen Chatroman zu erschaffen, das kann ich nur bewundern. Es macht Spaß, Alice und Sammy (und Ina ♥) nach und nach über ihre Nachrichten kennenzulernen und ich kann jedem empfehlen, ebenfalls mal reinzulesen und dabei herzlich zu lachen.

Sonntag, 11. Januar 2015

Josh & Emma - Soundtrack einer Liebe von Sina Müller

Vielen Dank an den Amrûn Verlag für das Rezensionsexemplar!

Inhalt

Liebe hat zwei Seiten. Sie ist wunderschön - aber sie kann verdammt weh tun. Das muss auch Emma feststellen, als sie Joshua auf einer Party kennenlernt und sich in ihn verliebt. Denn er ist einer der angesagtesten Nachwuchs-Popstars und das bringt neben den Schmetterlingen im Bauch leider auch seine ganz eigenen Probleme mit sich. Blitzlichtgewitter, kreischende Mädchen, Konzerte und dann sind da noch diese ständigen Termine zu den unpassendsten Zeiten. Dabei hat Emma eigentlich genug mit sich selbst zu tun. Das Abi steht an und das geplante Studium wird sie unweigerlich in eine andere Stadt führen. Gelingt es den beiden, trotz aller Hindernisse einen Weg für ihre Liebe zu finden?

Kennt ihr den Film „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“? Vom Thema her ist es „Josh & Emma“ ziemlich ähnlich, auch wenn man sich dort eher auf das Zusammenkommen des Stars (Chris) mit dem normalen Mädchen (Lila) konzentriert hat. Josh und Emma kriegen aber die ganze Härte davon zu spüren, was es heißt, wenn jemand normales mit einem Star zusammen ist. Während des Lesens habe ich noch oft an den Film gedacht, der, am Rande gesagt, übrigens zu meinen liebsten gehört. ☺
Also, Emma mochte ich sehr gerne. Schon am Anfang war mir klar, dass sie mir ziemlich ähnlich ist und dadurch konnte ich viele Entscheidungen, die sie trifft und Situationen, in denen sie ist, besonders gut verstehen, da ich oft genauso handeln würde wie sie. Aber auch sonst ist Emma in einer Situation, die vielen bekannt kommen wird, nämlich mitten im Abi, mit allem, was dazu gehört. Hin und wieder hat ihr das nichts gebracht und sie hat mich ziemlich genervt, aber im Großen und Ganzen war Emma eine tolle Protagonistin.
Auch Josh ist ein liebenswerter und sympathischer Charakter. Allerdings hatte ich öfter mal den Eindruck, dass er zu perfekt ist. Im Laufe der Geschichte hat er zwei einige Ecken und Kanten bekommen, trotzdem war er für meinen Geschmack etwas zu glatt. Genau wie die Beziehung zwischen Josh und Emma. Ich sage nicht, dass sie problemlos ist und immer alles gut ist zwischen ihnen, aber auch hier war mir das einfach zu perfekt. Dieser Eindruck entstand vermutlich dadurch, dass der Leser sehr viele positive und kaum negative Szenen mit den Beiden geboten bekommt. Die schmerzhafte Seite der Liebe kriegt Emma nämlich ab, wenn sie von Josh getrennt ist.
Aber trotzdem passt es. Eine Beziehung mit jemand Berühmtem ist nicht leicht und das kommt gut rüber, genau wie Emmas Gefühle in den einzelnen Situationen.
Das Ende hat mich jedoch wieder versöhnt. Ich mochte es sehr und, um nicht zu viel zu verraten, sage ich nur noch, dass es passt und dass ich es mir nicht anders vorstellen könnte. An dieser Stelle hat die Autorin ganze Arbeit geleistet.

Über die Autorin:

Viele Autoren fingen früh zu schreiben an. So auch Sina Müller, die mit Vorliebe Spickzettel schrieb und kurze Nachrichte an ihre Freundinnen im Unterricht hin und her schickte. Mit dem belletristischen Schreiben sollte es aber erst später losgehen. Während ihrer Arbeit im Marketing, entdeckte sie ihre Liebe zum Schreiben. Doch die Werbetexterei bietet nur beschränkt Raum für all die Geschichten, die erzählt werden wollen. Neben der Familie, dem Arbeiten und dem Leben als Autorin, verschlingt sie Bücher, tanzt leidenschaftlich gerne auf Konzerten, klettert und genießt das Leben in vollen Zügen. An der Schule des Schreibens eignete sie sich das nötige Handwerkszeug an und traute sich 2012 schließlich an die Öffentlichkeit. Beim Panem-Schreibwettbewerb von triboox und dem Oetinger-Verlag sicherte sie sich unter rund 400 Einsendern auf Anhieb den dritten Platz im Expertenpreis. "Josh & Emma - Soundtrack einer Liebe" ist das Debüt der Freiburger Autorin und der erste Band des Zweiteilers rund um die Liebe zwischen Joshua und Emma.

Fazit

„Groupies“ nur als Buch, so würde ich „Josh & Emma“ beschreiben. Und trotz einiger Längen und der für mich häufiger mal zu perfekten Beziehung hat mir auch der erste Teil um das ungewöhnliche Paar Spaß gemacht.

Samstag, 27. Dezember 2014

Schattenhauch von Tanja Bern

Vielen Dank an impress für das Rezensionsexemplar!

Inhalt

Die siebzehnjährige Amelie ist einer der wenigen übrig gebliebenen Menschen einer veränderten Welt. Umringt von riesigen Festungswällen führen sie und die anderen Dorfbewohner ein einfaches naturverbundenes Leben ohne Strom, Gas und allem, was seit der zerstörerischen Chemiekatastrophe vor dreißig Jahren vernichtet wurde. Amelie kennt es nicht anders, sie ist glücklich. Mögen da draußen im undurchdringlichen Urwald die Schatten lauern, sie weiß, dass ihr nichts passieren kann, so lange sie hinter den Barrieren bleibt. Aber dann geschieht etwas, was sie zum Verlassen des Dorfes zwingt. Und zwar ausgerechnet mit dem Jungen an ihrer Seite, den man einst in den düsteren Wäldern gefunden hat...

„Schattenhauch“ ist ein Buch, das mit keinem anderen vergleichbar ist, welches ich kenne. Zwar enthält sie auch die für Impress-Titel übliche Liebesgeschichte, doch sie spielt hier eher eine Nebenrolle. Die Natur und die Katastrophe, die durch Fracking verursacht wurde, sind eindeutig Mittelpunkt der Geschichte.
Deshalb äußere ich mich auch nur kurz zu den Protagonisten. Amelie lernen wir am Anfang als nettes und selbstbewusstes, ansonsten aber relativ normales Mädchen kennen. Nachdem sie aber aus ihrer vertrauten Umgebung kommt, wird sie viel ängstlicher, verletzlicher und auch schüchterner. Verständlich? Ja, klar, auf alle Fälle. Aber mögen tat ich diese Veränderung mal mehr, mal weniger.
Derlyn hingegen mochte ich sehr gerne. Auch er ist, genau wie das Buch, ungewöhnlich und das war einer der Gründe dafür, wieso ich ihn so interessant fand.
Wie schon gesagt, liegt das Augenmerk der Geschichte auf der Natur. Die Natur wird als wunderschön dargestellt, als furchterregend und als der „Retter“ der Menschheit. Und das fand ich sehr beeindruckend. Die Autorin hat das einfach super eingefangen, der Wald erscheint lebendig. Gleichzeitig wird dem Leser aber auch die Bedeutung der Natur bewusst. (Kleine Zwischenbemerkung: In der zehnten Folge der achten Staffel von Doctor Who, „In the Forest of the Night“, ist das übrigens auch so ähnlich. An die musste ich beim Lesen immer mal wieder denken.)
Aber auch das Frecking und die dadurch entstandene Katastrophe sind allgegenwärtig. Für die, die, wie ich vor dem Buch, keine Ahnung haben, was Fracking ist: Es ist eine Form, Energie zu gewinnen. Dabei werden unter der Erdoberfläche Bohrungen nach durchgeführt. Und die ganzen Chemikalien, die dabei verwendet werden, tun der Erde und unserer Umwelt nicht gut. In dem Buch zeigt die Autorin eine Möglichkeit auf, wie diese auch uns Menschen beeinflussen könnten. Teilweise ziemlich erschreckende Bilder und Szenarien zeigen, wie sehr das Thema der Autorin am Herzen liegt. Ich habe vorher noch nie was von Fracking gehört, aber beim Lesen habe ich gesehen, was für ein aktuelles Thema das ist. Das hat mir die Augen dafür geöffnet und mich zum Nachdenken gebracht und da bin ich bestimmt nicht die Einzige.

Über die Autorin:

Tanja Bern lebt mit ihrer Familie und drei Katzen im schönen Ruhrgebiet. Durch eine starke Verbundenheit zur Natur und die Liebe zum Mystischen entstand bei ihr irgendwann der Wunsch einen eigenen Roman zu schreiben. Im Südwesten Irlands wurde ihre dichterische Seele dann aufgeweckt. Beeindruckt von Irland und seinen Sagengestalten, von dem Gefühl, nach Hause gekommen zu sein, begann Tanja Bern die Geschichte zu suchen, die sie unaufhörlich in ihrem Inneren sah. Doch kein Buch konnte das wiedergeben, was sie sich vorstellte – bis sie erkannte, dass all das in ihr selbst war ... Im Frühling 2008 erschien ihr Debüt, der Auftaktroman ihrer Fantasy-Buchreihe, die nun unter dem Namen "Elfental" neu vorgestellt wird. Aktuell sind ihre Romane "Schattenhauch - Ruinen der Dämmerung", "Der silberne Flügel" und "Ruf der Geister". Außerdem ist sie in mehreren Anthologien vertreten und arbeitet an weiteren Romanprojekten unterschiedlicher Genres. Wer mehr erfahren möchte, sollte unbedingt auf der offiziellen Homepage der Autorin vorbeischauen: - www.tanja-bern.de - Hier finden sich auch mehrere Kurzgeschichten, die man kostenlos lesen kann. 


Fazit

„Schattenhauch“ ist ein ganz spezielles Buch, dass einem die Augen für unsere Umwelt öffnet und zum Nachdenken anregt. Aber auch das Fantasy-Element, die Schatten, sind etwas ganz Besonderes und alles zusammen lässt den Leser die Schönheit der Natur sehen.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Zur Hölle mit Bridget von Paige Harbison

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an Darkiss und Bloggdeinbuch!

Inhalt

Was Bridget will, setzt sie durch. Immer. Zuhause macht sie ihrer Stiefmutter das Leben zur Hölle, in der Schule tanzen alle nach ihrer Pfeife. Bis eine Neue auf die Winchester Prep kommt: Anna Judge - Judge wie Richterin. Und mit Anna ändert sich alles: Die Lehrer fallen nicht mehr auf Bridgets Masche rein, ihr Fan-Club verkleinert sich blitzartig. Als eines Tages sich auch noch ihr Freund Liam abwendet, baut Bridget, total irritiert, einen katastrophalen Unfall! Sie ist nicht tot - aber auch nicht lebendig. Stattdessen ist sie in einer Schattenwelt gefangen, in der ihr Anna Judge zeigt, was für eine Mega-Zicke sie war. Bridget hat genau eine Chance, das zu ändern und ins Leben zurückzukehren. Oder für immer zu gehen. 

Das Buch beginnt mit einer Szene aus der Mitte der Geschichte, einem Autounfall. Anschließend wird zuerst erklärt, wie es zu dieser Situation kam und wie es danach weitergeht. Und genauso zweigeteilt wie das Buch ist auch meine Meinung dazu.
In der Beschreibung steht es schon: Bridget ist eine absolute Zicke, die jeden in ihrer Umgebung tyrannisiert. Meinetwegen, das habe ich erwartet. Was mich aber genervt hat, ist, dass Bridget sogar hin und wieder Schuldgefühle empfindet, die sie aber jedes Mal unterdrückt. Wieso bloß? Denn dadurch, dass sie wusste, dass sie den Menschen unrecht tut und es trotzdem tut, erschien sie mir viel unsympathischer. Tja, zweigeteilt. Ich sage nur soviel: In der zweiten Hälfte des Buches erging es mir anders. Bridget wurde sympathischer und sobald sie mal nicht ständig überall die Überhand haben will, sieht man, dass sie eigentlich ein ganz nettes Mädchen ist.
Ich mochte also, wie eben schon erwähnt, die zweite Hälfte des Buches viel lieber. Da muss Bridget mal in die Fußstapfen ihrer Opfer treten, und zwar wortwörtlich, und sieht aus ihrer Sicht, was sie ihnen, zum Teil sogar unbewusst, angetan hat und welche weiten Kreise das mit sich zog. Bridget und damit auch wir Leser erleben einige Situationen aus ihrer Sicht und lauschen ihren Gedanken und Gefühlen. Und das zähle ich schon zu „Mehrere Perspektiven“, das ich so mag, auch wenn es hier auf eine andere Weise als gewöhnlich gestaltet ist. Ich finde es sehr gelungen.
Das Buch regt zum Nachdenken an. Nachdem ich Bridget gesehen habe, habe ich angefangen, ein wenig darüber nachzudenken, wie mein Handeln bei anderen Menschen ankommt und wie es sie beeinflusst. Auch wenn ich keine solche Machtposition innehabe wie unsere Protagonistin, nehmen auch wir Einfluss auf die Leute, mit denen wir zu tun haben, das wird einem dabei umso bewusster.
Aber von der Idee her ist es eigentlich nichts neues. Bridget erinnerte mich sehr an Sam aus Lauren Olivers „Wenn du stirbst“. Beide haben einen ähnlichen Charakter und Beide machen eine ähnliche Veränderung durch. Die Weise, wie die Geschichte erzählt wird, gefiel mir bei Bridget aber deutlich besser, einfach weil die zweite Hälfte, das Nach-dem-Unfall, mich überzeugt hat.


Über die Autorin:

Geboren als Winterkind im Dezember 1989, schloss Paige Harbison 22 Jahre später ihr Studium an der Towson University in Baltimore ab. Seit 2009 schreibt sie, mittlerweile ist ihr dritter Roman bei Harlequin Teen erschienen. Spannend: die Filmrechte für „Zur Hölle mit Bridget“ liegen in Hollywood. Paige Harbison lebt im sonnigen Florida.

Fazit

„Zur Hölle mit Bridget“ ist wirklich zweigeteilt. Durch die erste Hälfte muss man sich teilweise sogar ein wenig kämpfen, doch die zweite macht das wieder wett. Aber gerade weil die zweite Hälfte mir gefallen und bei mir einen viel stärkeren Eindruck hinterlassen hat, kann ich Bridget ihre Art verzeihen. Es lohnt sich, ihre Tyranneien zu ertragen, denn dann bekommt man als Leser eine schöne und zum Nachdenken anregende Geschichte geboten.



Sonntag, 14. Dezember 2014

Flügelschläge in der Nacht von Rebecca Wild

Vielen Dank an impress für das Rezensionsexemplar!

Inhalt

Eben noch ein Rotkehlchen und plötzlich ein Mädchen mit roten Haaren statt rotem Gefieder. Robin versteht die Welt nicht mehr und findet, dass das Leben als kleiner Vogel um einiges besser war. Dabei ahnt sie nicht einmal annähernd, welcher Gefahr sie wirklich ausgesetzt ist. Alle Welt glaubt, sie sei ein Engel. Doch diese dürfte es seit dem großen Krieg gar nicht mehr geben. Und so nehmen nicht zuletzt die herrschsüchtigen Dämonen selbst ihre Spur auf. Nur Dorian, der Junge mit den Haselnussaugen, der so merkwürdige wie wundervolle Gefühle in ihr auslöst, und seine übernatürlich begabte Schwester Emma scheinen Robin helfen zu wollen…

Ein Vogel, der plötzlich in einen Menschen (mit Flügeln!) verwandelt wird. Ich finde, allein schon diese Idee verdient fünf Sterne. Aber auch die Umsetzung finde ich gut gelungen und zusammen ergibt das einen schönen, stimmigen Roman, der einen in Weihnachtsstimmung bringt.
Das Buch wird aus vielen verschiedenen Sichten erzählt und dementsprechend gibt es auch viele Charaktere, die wichtig für die Geschichte sind. Ich mag Perspektivenwechsel sehr, deshalb war das genau das Richtige für mich. Am Anfang geht es zwar etwas schnell und verwirrend zu und man bekommt noch nicht so viel von den einzelnen Charakteren mit, aber im Laufe der Geschichte lernt man sie besser kennen. Das hohe Tempo aber bleibt bestehen und da Robin auf der Flucht ist, passt das sehr gut.
Robin selber ist einfach niedlich. Da sie ihr Leben lang ein Vogel war, hat sie keine Ahnung vom Menschsein. Obwohl sie nun ein Mensch ist, benimmt sie sich weiterhin wie ein Vogel. Dadurch entstehen dann einige ganz süße und witzige Situationen, denn für andere Menschen erscheint das natürlich merkwürdig. Diese Eigenheit mochte ich so an Robin, ihre vogelhaften Reaktionen finde ich sehr realistisch.
Was mochte ich an dem Buch noch? Na die Engel und Dämonen! Die Autorin hat die Dämonen so liebenswert gestaltet, dass man sogar die (meisten) mag. Aber auch die Engel sind etwas anders als man es erwarten würde und dennoch ganz toll. Also egal ob Engel, Dämon, Mensch oder Vogel, jeden von ihnen hat man früher oder später sehr gern.
Die Geschichte spielt einige Tage vor Weihnachten. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit passt das natürlich super. Man bekommt als Leser die weihnachtliche Stimmung in New York mit und es entsteht eine schöne und gemütliche Atmosphäre, die die Vorfreude auf Weihnachten weckt.

Über die Autorin:

Rebecca Wild wurde am 21. Juni 1991 in Salzburg geboren, verbrachte jedoch einen Teil ihrer Kindheit in München. Schon früh zeigte sich ihre kreative Seite. So hat sie sich dem Zeichnen und dem Schreiben zugewandt und den Kern der Mathematik nie ganz verstanden. Heute lebt sie wieder in Salzburg und studiert neben ihren eigenen Tagträumen MultiMediaArt. "Verräter der Magie" ist ihr erster Roman 

Fazit

„Flügelschläge in der Nacht“ hat mich durch die Idee schon komplett überzeugt. Weihnachtliche Stimmung, eine spannende Geschichte und ganz viele tolle Charaktere kann es noch zusätzlich bieten. Was will man von einem Buch mehr?