Montag, 23. Juni 2014

"Nichts" von Janne Teller

Inhalt

Als der 14-jährige Pierre Anthon seine Klasse mit den Worten verlässt »Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun«, stehen seine Mitschüler unter Schock. Denn kann es wirklich sein, dass nichts eine Bedeutung hat? Nicht die erste Liebe? Nicht das Lernen in der Schule? Nicht das Elternhaus, die Geschwister, der Glaube an Gott oder das eigene Land? Gemeinsam wollen die Schüler dem aufsässigen Pierre Anthon das Gegenteil beweisen und sammeln auf einem Berg der Bedeutung alles, was ihnen lieb und teuer ist. Doch was harmlos beginnt, wird bald zu einem Experiment, in dem es kein Halt und keine Grenzen mehr gibt - als selbst Tiere geopfert werden, ein Finger und die Unschuld eines Mädchens ...

Als ich das Buch fertig hatte, musste ich erst einmal nochmal nachschauen, in welcher Klasse die Charaktere sind und ich war geschockt, dass sie tatsächlich erst in der 7. sind.
An einer Stelle des Buches, wird der Berg der Bedeutung „makaber“ genannt, aber das ist noch eine Untertreibung. Ab einem gewissen Punkt war es einfach nur noch grausam. Ich habe mir das Hörbuch angehört und das war gut so (oder schlecht, je nachdem, wie man es betrachtet). Hätte ich dieses Buch tatsächlich gelesen, hätte ich es noch vor der Hälfte abgebrochen. Spätestens nachdem auf diesen Berg der Sarg eines kleinen Kindes gewandert ist, habe ich es aufgegeben, dem ganzen irgendetwas abgewinnen zu wollen. Wieso macht tut man sowas? Um einem 14-jährigen Kind zu beweisen, dass das Leben einen Sinn hat? Wozu? Es kann den Mitschülern doch egal sein, was Pierre Anthon denkt. Wenn er das Leben für sinnlos hält, dann ist das seine Sache und die anderen sollen nicht glauben, dass sie ihn unbedingt umstimmen müssen. Im äußersten Fall hätten sie sich an einen Erwachsenen wenden können, falls es sie wirklich so sehr gestört hat.
Pierre Anthon hätte auch nicht auf einem Baum sitzen und seine „Weisheiten“ hinausrufen müssen. Wie eben schon gesagt, es ist seine Meinung, die er meinetwegen haben kann, die er aber keinem anderen aufzwingen darf. Wobei ich mich auch gefragt habe, was bloß mit seinen Eltern los war. Wie kommt es, dass Pierre Anthon der Schule fern blieb und das ganze Jahr auf dem Baum im Garten saß und weder Vater, noch Mutter irgendetwas dazu zu sagen hatten?
Und nun zum Berg der Bedeutung. Bedeutsam war er auf jeden Fall nicht. Vielmehr ging es darum, dem anderen eine reinzuwürgen und ihm etwas noch größeres wegzunehmen, um nicht der zu sein, der den größten Verlust erleiden muss. Aber fast noch schlimmer finde ich, dass die Kinder für das Ganze nicht ernsthaft bestraft wurden. Sie töten einen Hund, schneiden einen Finger ab, zwingen ein Mädchen dazu, ihre Unschuld zu verlieren und bekommen trotzdem noch ganz normal Weihnachtsgeschenke wie jedes Jahr. Die einzige wirkliche Strafe sind ein paar Wochen Hausarrest. Als der Berg der Bedeutung weltberühmt wird und sogar als Kunst angesehen wird, werden die Schüler der Klasse dann als Helden gefeiert. Wofür? Für die schon genannten Grausamkeiten? Dafür, dass sie sich etwas getraut haben, dass es bis dahin so noch nicht gab? Überhaupt kann ich gar nicht verstehen, wie man einen abgetrennten Hundekopf ernsthaft als Kunst bezeichnen kann. Da sind nicht nur die Kinder verrückt geworden, überhaupt so etwas zu tun, sondern auch alle Anderen, die das scheinbar gar nicht einschätzen können, was das eigentlich ist.

Zur Autorin:

Janne Teller entstammt einer deutsch-österreichischen Familie, wurde aber in Kopenhagen geboren, wo sie auch aufwuchs. Nach einem BWL-Studium arbeitete sie erfolgreich für die UNO und die EU auf verschiedenen Orte der Erde. Im Jahre 1995 begann sie hauptberuflich zu schreiben und lebt abwechselnd in New York, Paris, Mailand und ihrer Heimatstadt Kopenhagen. Vorallem ihr Jugendroman "Intet", im Deutschen "Nichts" wurde kontrovers diskutiert. Doch sie erhielt für diesen Roman sowohl den Jugendbuchpreis des dänischen Kulturministeriums sowie den Le Prix Libbylit. Tellers Bücher wurden in diverse Sprachen übersetzt. 

Fazit

Jedes Buch hat eine gute Seite und bei „Nichts“ war es die letzte. Ich war froh, als die Geschichte endlich zu Ende war und bin sehr enttäuscht, da ich bisher wirklich nur Gutes von dem Buch gehört habe. Schade.

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