Sonntag, 3. Juli 2016

[R] Jane & Miss Tannyson von Emma Mills

Inhalt

Devon würde eigentlich nichts an ihrem Leben ändern. Sie ist zufrieden damit, heimlich in ihren besten Freund verliebt zu sein und die Zukunft zu ignorieren. Aber das Leben macht nicht mit. Erst zieht ihr Cousin Foster, ein unverbesserlicher Sonderling mit einem überraschenden Talent für Football, bei ihnen ein. Dann taucht der unausstehliche, überhebliche und unerträglich attraktive Ezra auf. Devon hätte nie erwartet, dass Foster der Bruder wird, den sie nie haben wollte; oder dass Ezra ihre Lieblingsschriftstellerin Jane Austen liest, selbst wenn er Stolz und Vorurteil zunächst für die Fortsetzung von Verstand und Gefühl gehalten hat.

Ich bin mir nicht zu 100% sicher, dass es Absicht ist, aber das Buch liest sich wie ein moderner Jane Austen-Roman. Okay, zugegeben, ich habe nur Stolz und Vorurteil gelesen, aber ich habe trotzdem die gleiche Art von Liebesgeschichte, die sich langsam, aber innig entwickelt und ähnliche Charaktertypen erkannt. Die Beziehung der beiden Protagonisten geht von Vorurteilen, über Freundschaft und Missverständnisse und wenn ich so an Stolz und Vorurteil denke, dann passt diese Beschreibung genau so dazu wie zu dem Buch hier.
Emma Mills hat es geschafft, tolle, stinknormale und realistische Figuren zu schaffen. Ezra, der angeblich arrogante Fottballspieler, Foster, der Außenseiter, der redet wie ein Wasserfall und Devon, die nicht wirklich besonders ist und andererseits doch wieder. Das sind so Charaktere, denen man selbst in der Schule über den Weg laufen könnte, die nicht perfekt sind, sondern ganz einfach menschlich und echt. Dafür, dass Emma das eingefangen hat, bewundere ich sie zutiefst.
Noch dazu kann bestimmt fast jeder sich mit Devon identifizieren, würde ich sagen. Devon, das ist die, an der alles ganz normal ist und die durch nichts heraus ragt, die, die (zumindest am Anfang) keine Ahnung hat, worüber sie ihren Bewerbungsaufsatz zum Thema „Ein Kapitel aus meinen Leben“ schreiben soll, sodass sie über das Kantinenessen schreibt, dass sie jeden Tag isst. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bei den ganzen Auserwählten und ach so Besonderen Protagonistinnen in Jugendbüchern bin ich Devon gerne durch ihre unspektakulärere Geschichte gefolgt.
Neben den Charakteren, liebe ich die Beziehungen zwischen ihnen so sehr! Wie sich ständig alles entwickelt und verändert. Damit meine ich nicht nur die Beziehung zwischen Ezra und Devon, sondern die zwischen allen drei Hauptfiguren, Ezra, Devon und Foster, aber auch die zu verschiedenen Nebencharakteren. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber dadurch, dass diese Beziehungen ständig wachsen, blühen und gedeihen, wirken sie, wirkt das ganze Buch so lebendig.
Da Jane Austen in diesem Buch eine so große Rolle spielt, will ich zu ihr auch noch kurz etwas sagen. Um ganz ehrlich zu sein bin ich kein besonders großer Fan von ihr, aber durch Devons tiefe Liebe zu ihr und ihre Vergleiche mit ihrem Leben macht sie mir doch wieder Lust, mir Verstand und Gefühl zu schnappen und direkt etwas von ihr zu lesen. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir eine Stelle, als Devon das Auftauchen des betrunkenen Lord irgendwas bei seiner geliebten mit einer betrunken abgeschickten SMS an die Ex vergleicht. Wenn sowas nicht Lust macht, ein Austen-Buch zu lesen und solche Vergleiche selber zu finde, was dann? =D

Über die Autorin:

Emma Mills ist in den USA besser bekannt als vlogger Elmify. Jane & Miss Tennyson ist ihr Debütroman.

 

Fazit

Wer eine moderne Version von Stolz und Vorurteil lesen will, der ist hier genau richtig. Wer es nicht will, ist hier trotzdem richtig. Jane & Miss Tennyson ist, genau wie Devon, durch seine Gewöhnlichkeit so besonders und durch die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander so lebendig.

Kommentare:

  1. Huhu Julia,
    ich glaube das Cover des Buches ist objektiv gesehen sehr schön. Dennoch ist es keines, zu dem ich spontan greifen und mir den Klappentext anschauen würde. Ich weiß nicht mal warum.
    Deine Rezension ist die erste, die ich zu diesem Buch lese und ich muss sagen, dass ich jetzt doch sehr neugierig geworden bin. Ich habe damals Stolz und Vorurteil gelesen, weil mich eine Kollegin dazu gedrängt hat. Was soll ich sagen?! Ich habe danach den Film gesehen und war süchtig!

    Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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    1. Ich finde das Cover auch nicht besonders auffällig oder so. ;-) Ich hatte es hauptsächlich im Blick, weil ich irgendwann schon über die englische Version gestolpert bin und sie direkt auf den Merkzettel gesetzt hatte. Es klingt auf jeden Fall so, als wäre das Buch etwas für dich! =D

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  2. Das ist beruhigend, dass du das Cover jetzt auch nicht so besonders findest. Ich glaube es wird vielen Lesern, wegen der Pastelltöne gefallen. Ich weiß auch einfach nicht, warum es mich jetzt nicht so anspricht ... Buch ist vorgemerkt :o)

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  3. Tolle Rezension!

    http://jemasija8.blogspot.de

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