Montag, 11. Mai 2015

[R] Loving von Katrin Bongard

Inhalt

Mit dem Partyleben an der Schule hat Ella nicht viel zu tun. Und sie hätte nie gedacht, dass ausgerechnet sie – die sich für Bücher und Buchblogs interessiert – sich in den coolen Luca verliebt. Luca, den alle Mädchen für den tollsten Jungen der ganzen Schule halten. Und den Ella eigentlich nur oberflächlich und arrogant findet. Doch bei einem Schulprojekt lernen die beiden sich besser kennen... Sich nicht zu verlieben – einfach unmöglich!

Ella ist Buchbloggerin. Ich schätze mal, das allein ist schon ein Grund, wieso andere Buchblogger sich für dieses Buch interessieren werden. Zumindest war das bei mir der Fall. Eine Buchbloggerin zur Protagonistin, das tolle Cover und das Versprechen einer romantischen Liebesgeschichte – ich auf war auf Loving wirklich gespannt. Leider hat es meine Erwartungen nicht erfüllt.
Am Anfang des Buches mochte ich Ella ganz gerne. Sie ist relativ normal, ein Nerd und eigentlich ziemlich genau so, wie man es nach dem Klappentext erwarten würde. Naja, zumindest bis zu der Lasik. Zu ihrem Geburtstag haben Ellas Eltern ihr einen Gutschein zum Augenlasern geschenkt. Okay, darüber bin ich inzwischen so halbwegs hinweg. Aber danach hat Ella sich verändert, ist mehr zu dem stereotypischen beliebten Mädchen geworden. Ungefähr von dem Moment an stand sie mir nicht mehr so nahe. Ich mochte sie noch immer, aber es wirkte auf mich, als würde ich einige Meter entfernt stehen und das Geschehen aus der Distanz beobachten, anstatt Ella direkt über die Schulter zu linsen. Wenn wir jetzt noch dazunehmen, dass Ella sich ihre Augen relativ früh im Buch lasern lässt... Es ist schade, dass es so wirkt, als müsse Ella erst ihr Aussehen verändern, um die Liebe zu finden, um richtig zu leben.
Und Luca. Toll, oberflächlich und arrogant? Den Eindruck hatte ich nicht von ihm. Im Grunde genommen habe ich kaum einen Eindruck von dem guten Luca. Er ist beliebt und hatte mal eine Geschichte mit einem Mädchen, die ziemlich aufgepusht und trotzdem nie wirklich erklärt wird. Er sprüht nur so vor Energie. Er hat Ella vorher nie wirklich beachtet oder es ihr zumindest nie gezeigt. Und er kann ziemlich süß sein, wenn er sich Mühe gibt. Das sind Eigenschaften von Luca, die mir in Erinnerung geblieben sind, aber auch nach dem Ende des Buchs will sich in meinem Kopf irgendwie einfach kein Bild von ihm zusammensetzen. Wir lernen ihn einfach kaum kennen, habe ich das Gefühl.
Aber genauso wenig habe ich das Gefühl, dass Ella und Luca sich wirklich kennenlernen. Es geht alles viel zu schnell. Im einen Moment beachten die zwei sich kaum und nachdem sie dann gemeinsam für das Projekt zugeteilt sind, dauert es nicht lange, bis dieser Satz kam: „Ich glaube, ich habe mich in dich verliebt.“ Für mich kam dieser Satz ziemlich plötzlich, praktisch aus dem Nichts und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wo diese Gefühle denn auf einmal herkommen. Das war mir als Leserin nicht sehr klar.
Worin meiner Meinung nach die Stärke dieser Geschichte liegen, das sind die Nebencharaktere. Mit Alex und Sven sind einige total sympathische Figuren dabei, durch die das Lesen erst so richtigen Spaß macht.
Aber das Buch war nicht schlecht, wie es jetzt vielleicht klingen mag. Die Parallelen zu Jane Austens Stolz und Vorurteil (langsam glaube ich echt, dieses Buch verfolgt mich) sind einfach niedlich und mir hat es wirklich gut gefallen, wie die Geschichte um Lizzie und Darcy sich beständig durch das ganze Buch zog. Lucas Familie, die im Gegensatz zu Ellas eine wirkliche Familie ist, ist warm und offen, sodass man sich bei ihnen sofort wohl fühlt. Die ständigen Anspielungen auf Bücher, das Bloggen und die Leipziger Buchmesse.
Okay, ich glaube, das waren jetzt genug Aufzählungen. xD

Über die Autorin:

Katrin Bongard lebt in Potsdam. Dort arbeitet sie als Drehbuchentwicklerin für Film und Fernsehen und als Autorin. Für ihren Debütroman „Radio Gaga“ erhielt sie den Peter-Härtling-Preis, den Preis der Jury der Jungen Leser Wien sowie den Jugendbuchpreis Goldene Leslie.

Fazit

Die Charaktere waren beide irgendwie nicht wirklich mein Fall, die Geschichte ging mir persönlich viel zu schnell und doch mochte ich Loving ganz gerne. Es sind die Details, die die Geschichte ausmachen und ihr das gewisse Etwas geben, dass einen weiterlesen lässt.

Kommentare:

  1. Huhu :)

    Ich hab "Loving" auch gerade gelesen - meine Rezi ist schon fertig, aber noch nicht on ;) Mir hat es wirklich gut fallen, kein Roman, der mich absolut überzeugt hat, aber ich hab ihn richtig gerne gelesen. Bei den Details würde ich dir übrigens Recht geben - es sind wirklich die Details, die ihn besonders machen ;)

    Liebe Grüße,
    Marie

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    1. Ich bin auf deine Rezension gespannt. =) Warst du nicht auch bei der Leserunde dabei?
      Ich habe das Buch auch ziemlich gerne gelesen. Es hätte in einigen Aspekten besser sein können, aber Spaß gemacht hat es trotzdem (Leipziger Buchmesse etc. ;-) ).

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  2. Hallöchen,
    mir ging es mit dem Buch ganz genauso wie dir. Ich hab die gleichen Sachen bemängelt, aber trotzdem hatte ich eine ganz schöne Lesezeit mit dem Buch. Für einen faulen Sonntag-Nachmittag eigentlich genau das richtige.
    Daher hat mir deine Rezi wirklich gut gefallen und ich würde sie genau so unterschreiben.

    Viele liebe Grüße
    Nelly von Nellys Leseecke

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    1. Danke, freut mich, dass ich da wirklich nicht die Einzige bin, die das so empfunden hat. =)

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