Donnerstag, 7. August 2014

Die Geschichtenerzählerin von Stella Jante

*3,5 Sterne*

Inhalt

Die 18-jährige Mena hat ihr Leben lang in ihren eigenen Welten gelebt. Ob nun selbst erfundene Geschichten oder die aus Büchern und Filmen: Sie liebt sie mehr als die Realität. Eines Tages landet sie unverhofft wie Alice im Wunderland in einer Welt der Visionen, die sie nicht von der Realität unterscheiden kann. Alpine und irische Sagengestalten – auf einmal sind sie mehr als nur Geschichten. Noch dazu taucht ein junger, umwerfend aussehender „Traum-Mann“ auf, der ihr bei den Abenteuern in dieser Welt bedingungslos zur Seite steht. Von Reise zu Reise entdeckt sie, was es mit diesen lebensnahen Visionen auf sich hat und dass ihr Traum-Mann realer wird, als sie es sich je hätte träumen lassen…

Ich habe ziemlich lange überlegt, wie ich „Die Geschichtenerzählerin“ bewerten soll und mich schließlich dafür entschieden, ausnahmsweise mal auch halbe Sterne zu vergeben. Für mich war das Buch deutlich besser als drei Sterne, aber für vier hat es dann doch nicht ganz gereicht, das war mein Konflikt, den ich nun auf diese Weise gelöst habe.
Mena hat am Anfang des Buches gerade die Schule beendet und steht vor der Frage, was sie nun in ihrem Leben machen will. Sie ist bestimmt nicht die Einzige, die diese Situation kennt, mir wurde gesagt, dass viele Schüler in der selben Situation genauso wenig eine Ahnung haben, wie ihre Zukunft aussehen wird. Deshalb wirkte Mena auf mich schon ziemlich früh realistisch und greifbar, nämlich weil sie ein mehr oder weniger normaler Mensch mit normalen Problemen ist. Aber auch durch Menas Liebe zu Geschichten fühlt man sich ihr als Leser ziemlich, in irgendeiner Art, ob als Filme, Bücher oder Spiele, mag sie wohl jeder. Das waren zwei der Gründe, wieso ich Mena nicht nur sympathisch fand und sehr mochte, sondern mich selbst immer wieder in ihr erkannt habe. Deshalb sehe ich die Veränderung, die sie im Laufe des Buches durchmacht, mir gemischten Gefühlen. Einerseits finde ich es toll, wie viel offener und sogar lebendiger sie wird, andererseits veränderte sie sich aber teilweise so sehr, dass sie für mich teilweise nicht mehr wie die selbe Person schien.
Bei Kinnon, Menas „Traum-Mann“, war es genau andersrum. Anfangs konnte ich nicht viel mit ihm anfangen, doch er wurde immer sympathischer uns wuchs mir immer mehr ans Herz, je mehr ich von ihm las.
Ein großer Teil der Geschichte handelt von der Liebe zwischen den Beiden, Mena und Kinnon, wie sie sich kennen und lieben lernen und die Hürden auf ihrem gemeinsamen Weg bewältigen. Einerseits konnte man hier deutlich jeden einzelnen Schritt in ihrer Beziehung mitverfolgen, was ich bisher viel zu selten so gesehen habe. Ich war noch nie verliebt und fand es durch dieses langsame Tempo sehr verständlich und nachvollziehbar, was in Mena, aber auch in Kinnon, vor sich geht. Andererseits gab es immer wieder Stellen, an denen ich mir ein etwas schnelleres Tempo gewünscht hätte, denn ich hatte das Gefühl, dass das Geschehen dort zu lange an einem Punkt verharrte.
Ein weiterer wichtiger Teil sind die alpinen und irischen Sagengestalten. Weder von den einen, noch von den anderen habe ich vorher schon etwas gehört, deshalb fand ich es schön, sie mit dieser Geschichte zu entdecken und ein wenig kennenzulernen. Besonders das Nöggerle, eine Art Zwerg aus den Alpen, hatte ich sehr gern und werde mich auf jeden Fall nochmal mit ihm beschäftigen.


Über die Autorin:

Stella Jante ist ein Pseudonym, das ich extra für meine Romane ausgesucht habe. Da ich zeitgleich Sachbücher verfasse, habe ich mich entschlossen, meine verschiedenen Schreibweisen voneinander zu trennen und Stella Jante wurde geboren.
Dennoch sei verraten, dass ich selbst in Südtirol lebe, eine Schwäche für Irland, Schottland und die nordischen Länder und meinen "Kinnon", sprich: Traummann, gefunden habe.
Meine große Leidenschaft sind - wie bei meiner Hauptdarstellerin Mena in "Die Geschichtenerzählerin" - die Geschichten, ob in Romanen, Sagen, Legenden oder Filmen. Im Gegensatz zu ihr liebe ich aber nicht nur die vorfabrizierten, sondern webe sie mir Zeit meines Lebens auch selbst.



Fazit

Ich habe mich in Menas Welt sehr wohl gefühlt und hatte öfter mal das Gefühl, sie persönlich zu kennen. Während des doch recht langem Buch habe ich sie ins Herz geschlossen und der Abschied von ihr macht mich schon fast ein wenig wehmütig. „Die Geschichtenerzählerin“ ist zwar ein gutes Buch mit einer schönen und ungewöhnlichen Geschichte, aber auch schwächeren Stellen, die für mich leider etwas zu oft kamen.

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