Samstag, 23. August 2014

Die Stunde der Lilie von Sandra Regnier

Inhalt

Es sollte ein gewöhnlicher Ausritt nach einem anstrengenden Schultag werden. Niemals hätte sich die sechzehnjährige Julia träumen lassen, dass es sie an der mit Lilien gesäumten Weggabelung aus dem Deutschland der Gegenwart ins Frankreich des 17. Jahrhunderts verschlagen würde. Und das ohne eine Möglichkeit der Rückkehr. Von einem Tag auf den anderen muss sich Julia den Sitten des Versailler Königshofes anpassen und zu allem Übel auch noch Französisch lernen. Glücklicherweise bekommt sie jedoch einen einflussreichen Vormund an die Seite gestellt: Etienne Flémont, den Grafen von Montsauvan. Ein Mann, der ihr Schicksal noch weitreich beeinflussen soll …

Da ich selber auch Julia heiße, bin ich bei Figuren mit diesem Namen, ob in Büchern oder Filmen, strenger als bei anderen Figuren. Wenn ich diese Julia dann nicht mag, nehme ich das ziemlich persönlich und das Lesen macht mir weniger Spaß. Deshalb war ich umso glücklicher, dass ich diese Julia nicht nur sympathisch fand, sondern sie wirklich sehr mochte. In vielen Aspekten ihres Charakters ist sie mir nicht unähnlich und das führte dazu, dass ich ihre Handlungen, Entscheidungen und Reaktionen gut nachvollziehen konnte. Denn eigentlich ist Julia ein normales Mädchen aus dem 21. Jahrhundert und unterscheidet sich kaum von anderen Gleichaltrigen.
Die zweite Hauptfigur, Etienne, fand ich auch ganz toll. Seine selbstbewusste Ausstrahlung und sein Hang zur Perfektion waren eine Konstante im Buch, man konnte sich immer darauf verlassen, dass er in der Nähe ist und seinen Schützling Julia beaufsichtigt und sie lehrt, wie sie sich am Hof zu verhalten hat.
Die Welt des Frankreichs im 17. Jahrhundert ist wirklich schön und sehr realistisch gestaltet. Zwar hat die Autorin einige Ereignisse aus dieser Zeit um einige Jahre vor oder zurück verschoben, aber das stört nicht. Im Gegenteil, mich hat es beeindruckt, dass ein so großer Teil der Ereignisse tatsächlich historisch belegt ist, da kommt es auf die paar Jahre nicht an. Wer sich, wie ich, in der französischen Geschichte nicht auskennt, dem fällt dies sowieso nicht auf.
Insgesamt ist die Atmosphäre im Buch sehr angenehm. Es macht Spaß, in die Vergangenheit einzutauchen, auch wenn immer mal wieder Stellen kommen, bei denen man froh ist, dass sie schon vorbei ist. Trotzdem war es schön, Persönlichkeiten wie Ludwig XIV. und seinen Hof zu erleben. Das ist nochmal etwas Anderes als die bloßen Fakten, die man im Geschichtsunterricht lernt, man sieht die Geschichte zum Leben erwachen.


Über die Autorin:

Sandra Regnier ist in der Vulkaneifel geboren und aufgewachsen. Nach der Schule und einer Ausbildung zur Beamtin wollte sie lange nach Frankreich. Stattdessen heiratete sie einen Mann mit französischem Nachnamen und blieb zu Hause. Heute ist Sandra Regnier selbstständig und versteht es, den schönen Dingen des Lebens den richtigen Rahmen zu geben. Das umfasst sowohl alles, was man an die Wand hängen kann, als auch die Geschichten, die ihrer Fantasie entspringen. 

Fazit
„Die Stunde der Lilie“ ist ein unglaublich lesenswertes Buch. Es verknüpft Vergangenheit gekonnt mit Gegenwart und lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Ich habe an diesem Buch wirklich nichts zu bemängeln und kann es jedem nur empfehlen.

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