Samstag, 10. Dezember 2016

[R] The Chemist - Die Spezialistin von Stephanie Meyer

-*-Achtung, enthält Spoiler!!!-*-

*1,5 Sterne*

The Chemist ist so ein Buch, bei dem habe ich das Gefühl, ich muss was dazu, weil es so im Rampenlich steht. So als Abschreckung. Eigentlich waren die Voraussetzungen echt gut. Ich habe mit Thrillern gerade erst angefangen und dementsprechend nicht viel Vergleichsmaterial. Und als ich zum ersten Mal von dem Buch gehört habe, war die Rede von einer "klugen Protagonistin". Bis dahin hatte es alles, um ein richtig, richtig gutes Buch zu sein.
Okay, wen überrascht es bei der Wertung, dass ich mächtig enttäuscht bin? Irgendwer? Selbst schon mit meinen kaum vorhandenen Erfahrungen wäre ich wohl kaum auf die Idee gekommen, The Chemist als Thriller zu bezeichnen. Das ist er nicht. Es ist eine Romanze, die meinetwegen Thrillerelemente hat. Das Buch wurde ganz falsch vermarktet. Ich schätze mal, es soll sich hauptsächlich an Stephanie Meyer Fans richten. Gut, aber ich denke, die hätten etwas neues aus ihrer Feder auch so gelesen. Vermutlich soll durch das Thriller-Etikett noch die Thriller-Lesergruppe angesprochen werden und mich würde ja mal echt interessieren, wie erfolgreich diese Strategie ist. Schaut mich an! Ich sehe schon, dass es kein guter Thriller ist, "normale" Thrillerleser durchschauen das doch sofort.
Ganz allgemein finde ich die faulen, sehr klischeehaften Erklärungen/Wendungen ziemlich blöd. Zum Beispiel die Sache mit den Zwillingen. Ich finde das so dämlich! Theoretisch kann man immer Zwillinge als Erklärung geben, aber wie Wahrscheinlich ist das? Ich musste an dem Punkt an eine Szene aus Sherlock denken. Es war diese Special-Folge, glaube ich. Und zwar überlegen Sherlock und John sich gerade mögliche Erklärungen für diese irre Geisterbraut und John schlägt vor: "Zwillinge?"
Sherlock: "Nein, keine Zwillinge."
John: "Wieso nicht?"
Sherlock: "Weil es NIE Zwillinge sind."
Und so ist es auch! Gerade bei einem Thriller habe ich das Gefühl, dass ist eine faule, unkreative Ausrede. Da hätte ich noch die Erklärung mit der gespaltenen Persönlichkeit besser gefunden.
Oder das Ende. Ich habe schon Bücher gelesen, da hat das Ende das Buch für mich noch rausgerissen, aber nö, bei Chemist war es das genaue Gegenteil. Bis ca. 50 Seiten vor dem Ende hätte ich dem Buch auch noch 2,5 Sterne gegeben. Nichts besonders Gutes, aber auch nich allzu schlecht. Sorry, aber dieses Ende war das Letzte. Total vorhersehbar. Zu viel Drama. (Zu wenig Tote.) Und der Epilog setzt dem allem noch die Krone auf. Mal im Ernst, was sollte das? Auf einmal war alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ich wiederhole mich, aber es war ein THRILLER, verdammt! Es kann meinetwegen gut enden für die Figuren, aber bitte, BITTE nicht so dick aufgetragen.
Figuren. Nächstes Stichwort. Die waren ja mal alles solche Klischees! Daniel, der typische Naive und Unschuldige, Kevin, der Ex-CIA Agent, Val, die typisch weibliche Rolle und Alex, die... eiskalte Wissenschaftlerin ohne Sozialleben? Ich lasse das mal mehr oder weniger kommentarlos so stehen.
Ich fand Alex (oder Juliana (-.-) oder Ollie oder wie auch immer) am Anfang eigentlich ganz interessant. Aber nach und nach hat sie alle Sympathiepunkte verbraucht. Was ist nur aus der toughen, selbstständigen Frau geworden, die mit Gasmaske schläft und Jahre auf der Flucht verbracht hat? Ich fand diese Stelle am Ende so unwirklich, als sie tatsächlich zusammengebrochen ist und geweint hat. Das passt nicht zu ihr. Es PASST nicht, das ist nicht sie und niemand kann mir einreden, dass ein paar Tage mit einigen Leuten, die sie kaum kennt, sie so verändert haben. Und trotzdem entführt die "zahme" Alex einfach mal so ein Kind, als gäbe es nichts Leichteres auf der Welt und geht absolut verantwortungslos mit ihm um. WER IST DIESE PERSON? Wisst ihr, wie das auf mich wirkt? Als hätte Frau Meyer eine Charakterentwicklung schreiben wollen, die ihr nicht gelungen ist und jetzt ist es nichts Halbes und nichts Ganzes und es passt nicht zusammen.
Wem eine Charakterentwicklung dagegen ganz gut getan hätte, ist Daniel. Verdammt, er wird gefoltert und tut hinterher so, als wäre es nichts gewesen. Weil er sich auf den ersten Blick unsterblich in Alex verliebt hat ("ein paar läppische Schmerzen werden mich nicht von meiner Traumfrau abhalten" oder sowas in die Richtung *würg*). MENSCH, JUNGE, LASS DIR MAL EIN BISSCHEN GESUNDEN MENSCHENVERSTAND WACHSEN!! Oder generell ein Gehirn. Ich meine, wenn du gerade auf der Flucht bist und von Spezialisten verfolgt wirst, kannst du auch mal selber auf den Gedanken kommen, dass du nicht unbedingt sorglos in den nächsten Supermarkt spazieren solltest. -.- Diese tolle "Logik" bleibt uns übrigens erhalten, er lernt nicht dazu.
Ich habe ja schon gesagt, das Buch ist eine Romanze. Instalove vom Feinsten auf der einen Seite. "Er ist ja sooo unschuldig" auf der anderen. Wo kommt da die Liebe her? Ich fange mal mit Alex an: Was mir im Gedächtnis geblieben ist, ist, dass sie Daniels Reinheit und Unschuld bewundert und sie einen seltsamen Beschützerinstinkt ihm gegenüber hatte, weil sie ihn zu unrecht gefoltert hat. Wann ist daraus bitte Liebe geworden? Ich habe keine Veränderungen bemerkt und auch keine Auslöser, Anzeichen, irgendwas, damit es nicht völlig aus dem Blauen kommt. Äh, hallo Liebe, bist du vom Baum gefallen? Wann? Wie? Wo?
Tja, und von Daniels Seite aus war Alex für ihn vom ersten Moment an die absolute Traumfrau und nicht mal das Foltern hat etwas daran geändert. Hier wieder, etwas Menschenverstand hätte ihm nicht geschadet. Wie kann man nur so naiv sein? So... ein Vertrauen in Menschen haben?
Die Liebesgeschichte fand ich sehr ungelungen. Okay, ich untertreibe. Das, was ich bisher schon gesagt habe, plus: Zwischen dem 1. Treffen und dem großen Showdown vergeht geschätzt vielleicht eine Woche. Zwei, höchstens. Okay, die Situation zwischen ihnen ist nicht unbedingt "normal", aber bitte, so schnell geht das nicht. Es ist alles so unrealistisch kitschig, da hätte ich lieber weiter seitenweise für die eigentliche Geschichte eher irrelevante Beschreibungen gelesen. (Zu denen ich jetzt als Nächstes komme.)
Ich bin auch gleich fertig. Ich will nur noch von diesen ganzen Beschreibungen erzählen. Und zwar war das am Anfang ganz schlimm. Ich kann keine konkreten Beispiele mehr nennen, dazu ist es inzwischen zu lange her, aber teilweise gingen die Beschreibungen seiten- und kapitellang, ohne, dass ich das Gefühl hatte, dass die Geschichte voran kommt. Ich bin so jemand, bei vielen und ausführlichen Beschreibungen neige ich auch mal dazu, die Absätze zu überfliegen. Wollt ihr mal raten, wie lustig diese Kapitel da waren? Ich meine, klar, Infos, schaden nie. Aber es interessiert mich nicht so sehr, ich will wissen, was passiert. Wie die Geschichte weiter läuft. Und ich finde, der Anfang hätte nicht so lang und ausführlich sein müssen.

Unterm Strich:
Ich kann das Buch nicht empfehlen. Vielleicht noch Meyer-Fans, die sonst nocht viel Erfahrung mit Thrillern haben. Für mich war es eine einzige Enttäuschung und es hat mich auf so viele Weisen gestört. Zuerst, direkt nach dem Lesen, hatte ich dem Buch 2 Sterne gegeben. Nachdem ich jetzt aber nochmal so gründlich reflektiert (zerrissen*hust*) habe, was ich alles nicht mochte, kann ich dem Buch nicht mehr als 1,5 geben. Sorry, geht nicht.

P.S. Ganz vergessen ^^' Für mich macht es einen guten Thriller aus, dass man mitgrübeln kann. Dann man theoretisch auch selbst auf den Täter kommen kann. Und das ist hier so gar nicht der Fall. Stephanie scheint nur vor sich hin gesponnen und sich voher keine Gedanken dazu gemacht zu haben, wie sie die Geschichte auflöst.

Dienstag, 8. November 2016

[R] Fangirl auf Umwegen von Amelie Murmann

Vielen Dank  an impress und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

Inhalt

Als sicherlich größter Booknerd auf Erden gehen für die 18-jährige Luna quasi alle Träume auf einmal in Erfüllung, als sie eine Reise zu den Universal Studios in Orlando gewinnt, um die »Wizarding World of Harry Potter« zu besuchen. Dort erwartet sie und die anderen Gewinner die ultimative Challenge zu ihrer Lieblingsbuchwelt und Luna ist mehr als nur bereit, alles daran zu setzen, den ersten Platz zu ergattern. Leider macht ihr dabei ein gewisser Leo immer wieder einen Strich durch die Rechnung und das, obwohl er nicht mal annähernd ihr Fanwissen besitzt. Nach erbitterten Kämpfen um Zauberstäbe und Schulschals platzt Luna schließlich der Kragen – und sie lernt Leo plötzlich von einer ganz anderen Seite kennen …

Ich war nie der größte Fan von Harry Potter. Ich mag die Bücher und Filme, aber ich fand es eigentlich immer das Fandom selbst viel cooler und wie HP Menschen verbindet. Das Reden über HP selbst. (Ja, und jetzt eben auch die Wizarding World...). Und genau darum geht es in Fangirl auf Umwegen. Nicht um Harry Potter selbst, sondern ihn und seine Wirkung in der „realen Welt“.
Hm, wo fange ich am besten an? Das Buch hat was von Panem (wegen dem Wettkampf), Charlie und die Schokoladenfabrik (wegen der goldenen Tickets für die Challenge) und Harry Potter (wegen des Handlungsortes), aber in Contemporary. Luna ist halt der absolute Booknerd, deshalb wird das ganze Buchzeug überallhin auf ihre Umgebung projiziert. Genau das hat Amelie gemacht: Sie hat genommen, was in allen unseren Booknerd-Köpfen ist und es zu einem Buch gemacht. Leute, ich finde das so cool! =D Es sind die ganzen Kleinigkeiten, die überzeugen. Dass Luna und Leo als Ginny und Draco „geshippt“ werden. Dass sie total begeistert sind über die Punkte in der Wizarding World, in denen man selbst zaubern kann. Oder wie sie mit ihrem Harry Potter-Wissen die Rätsel knacken.
Luna und Leo sind zwei sympathische Protagonisten. Luna ist der typische Booknerd, in dem wir uns wohl alle ein bisschen wieder finden. Und Leo ist ein ganz lieber, wie Draco in netter. ^^ Die Szenen mit den zweien zusammen sind fluffig süß und witzig. Einerseits kommen die beiden sich langsam näher und andererseits neigen sie dazu, Wortgefechte zu führen.
Am tollsten fand ich, wie Amelie die Wizarding World beschreibt und die magische Atmosphäre einfängt. Man merkt, dass sie den Park nicht nur kennt, sondern auch selbst liebt und das gibt dem Buch nochmal eine besondere Note. Wie schon erwähnt, ich will jetzt irgendwann auch unbedingt noch in die Wizarding World und ich gebe Amelie die Schuld daran.
Hm, was könnte ich noch sagen? Die Geschichte ist sehr kurzweilig und lässt sich sehr schnell lesen. Als ich Fangirl auf Umwegen gelesen habe, hatte ich eigentlich kaum Zeit zum Lesen, war aber trotzdem nach zwei Tagen durch. Es packt, es fesselt und nimmt einen mit und man merkt gar nicht, wie die Seiten vorbei fliegen.

Über die Autorin:

Amelie Murmanns Liebe zu Jugendromanen begann mit einem Jungen, der überlebte, und festigte sich endgültig mit einem Mädchen, das in Flammen stand. Um diese Liebe mit der Welt zu teilen, eröffnete sie 2010 ihren eigenen Buchblog und begann kurz darauf mit dem Schreiben. Amelie lebt mit ihrer Familie und ihren über vierhundert Büchern in Moers. Wenn sie nicht gerade liest, schreibt oder bloggt, studiert sie Lehramt an der Universität Essen. Ihr Debütroman »Wanderer. Sand der Zeit« ist bei Impress, einem Imprint des Carlsen Verlags, erschienen. 

Fazit

Leute, das schlechteste, was ich über dieses Buch sagen kann, ist, dass ich mich an einer Stelle gefragt habe, ob Harley Quinn wirklich aus Deadpool ist oder ob da ein Fehler rein gerutsch ist. Höchstens noch, dass das Buch zu wenig Seiten hat und ich nur zu gerne noch weiter gelesen hätte, aber ich habe echt nichts zu bemängeln. Fangirl auf Umwegen ist super und ich kann es jedem empfehlen, auch nicht-Harry Potter-Fans.

Montag, 31. Oktober 2016

[R] Der Blackthorn-Code - Das Vermächtnis des Alchemisten von Kevin Sands

Vielen Dank an Vorablesen und dtv für das Rezensionsexemplar!

Inhalt

»Verrate es niemandem«
Bis zu dieser rätselhaften Warnung war Christopher Rowe eigentlich zufrieden mit seinem Leben als Lehrling des Apothekermeisters und Alchemisten Benedict Blackthorn. Er hatte ein Dach über dem Kopf, sein Meister lehrte ihn nicht nur, wie man Mittel gegen Warzen herstellt, sondern auch wie man verschlüsselte Botschaften knackt und Rätsel löst. Doch das alles ändert sich, als eine Serie mysteriöser Morde London heimsucht. Fast immer sind es Alchemisten, die getötet werden. Christopher spürt, dass sein Meister in Gefahr ist. Ihm bleibt nur wenig Zeit, die Mörder zu enttarnen und hinter ein Geheimnis zu kommen, das so mächtig ist, dass es die Welt zerstören kann …

Das Cover hat es mir angetan, diese coole Mischung aus Mysterie, Abenteuer und Rätseln. Zu gefühlten 80% war es daran Schuld, dass ich den Blackthorn Code lesen wollte und ich hatte echt Erwartungen an das Buch. Die große Stärke des Buches ist die ganze Alchemie-/Apothekerthematik und dass es kaum andere (Jugend)Bücher aus dem Bereich gibt.
Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet. Einerseits ist da Christopher, der ein bisschen eine Harry Potter-Rolle einnimmt, wenn ihr wisst, was ich meine. Er ist klug, hat Rätsel seines Meisters gelöst, die ich die paar Seiten, die ich Zeit gehabt hätte, sie zu knacken, nicht geschafft habe. Er ist loyal seinem besten Freund Tom gegenüber. Die Loyalität ist übrigens beidseitig, anfangs war ich mir zwar nicht so sicher, was das zwischen den beiden sein soll, doch mit der Geschichte entwickelt sich auch ihre Freundschaft insoweit, das man sieht, dass die zwei alles Mögliche für einander tun würden. Und Christophers Gefühle seinem Meister gegenüber, auf die ich jetzt nicht weiter eingehen werde, sind glaubhaft beschrieben. Die zweite der Figuren ist der bereits erwähnte beste Freund Tom. Ich bin so froh, dass ich das Buch gelesen habe und nicht nach den ersten Kapiteln auf meinen Kopf gehört habe, der keine Lust auf so eine blöde Figur hatte! Am Anfang ist Tom nur der doofe Freund, der einfach allen Blödsinn mitmacht, den Christopher vorschlägt. Doch in ihm steckt noch viel mehr. Tom ist ein wunderbarer Freund und Bruder und ich mag ihn so sehr für alles, was er aus eigenem Antrieb für seinen besten Freund tut.
Ich hatte das Gefühl, ich gehöre nicht zum angesprochenen Publikum. Es liest sich wie ein Buch für jüngere Jungs. Gründe: 1. Es kommen im ganzen Buch höchstens vielleicht 10 Mädchen oder Frauen vor. 2. Ständig kriegt irgendwer etwas in die Weichteile. (Kann mir übrigens mal jemand erklären, wieso das so lustig sein soll?) Das sind zwei Punkte, die ich herauskristallisiert habe. Die Geschichte hat einfach eine Atmosphäre um sich, die eher auf Jungs ausgerichtet ist, besser kann ich es nicht mehr beschreiben. Dennoch kann man das Buch auch so echt gut lesen. Es waren dadurch halt Kleinigkeiten dabei, die ich nicht so super fand, aber hey, ich hatte trotzdem Spaß an dem Buch!
In diesem Buch gibt es keine Liebesgeschichte. Für mich etwas ungewöhnlich, in den meisten Büchern, die ich lese, gibt es wenisgtens am Rand eine, aber alles andere hätte auch nicht gepasst. Stattdessen wird der Fokus auf das Lösen des Rätsels, des Blackthorn-Codes, und die Such nach dem Mörder gelegt.

Über den Autor:

Kevin Sands hat Theoretische Physik studiert und bereits als Wissenschaftler, Unternehmensberater und Lehrer gearbeitet. Er lebt in Toronto. ›Der Blackthorn-Code - Das Vermächtnis des Alchemisten‹ ist sein Debüt.


Fazit

Der Blackthorn-Code ist ein fantastisches Buch! Ich fühlte mich zwar nicht immer angesprochen und hatte einige Kleinigkeiten, die mich gestört haben, doch die tollen Figuren, die Thematik und der Handlungsverlauf gleichen das mehr als nur aus.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

[R] Begin Again von Mona Kasten

*3,5 Sterne*

Vielen Dank an Netgalley und Lyx für das Rezensionsexemplar!

Inhalt

Neuer Name, neue Frisur, neue Stadt: Hunderte Meilen von ihrer dunklen Vergangenheit entfernt will die junge Studentin Allie Harper noch einmal ganz von vorne beginnen. Alles, was ihr für den Neuanfang noch fehlt, ist ein WG-Zimmer. Als sie auf den unverschämt attraktiven Kaden White trifft, ist ihr klar: Dieser Kerl mit seinen Tattoos und der mürrischen Art ist so ziemlich der Letzte, mit dem sie sich eine Wohnung teilen will. Doch als alle Stricke reißen, bleibt Allie keine andere Wahl. Kaden, der eigentlich auf keinen Fall eine weibliche Mitbewohnerin haben wollte, stellt sofort Regeln fürs Zusammenleben auf: keine Gefühlsduselei und schon gar keinen Körperkontakt! Zunächst kein Problem, doch mit der Zeit kommen sich die beiden näher – und irgendwann weiß Allie nicht mehr, ob sie seine Regeln noch einhalten kann ...

Begin Again wird zur Zeit ja desmaßen gehypt, hauptsächlich wohl wegen der Autorin, Mona. 66% der Bewertungen bei Goodreads sind 5 Sterne und als ich angefangen habe war der Prozentsatz noch höher und man konnte nichts außer völlig begeisterten Meinungen und Kommentaren lesen. Leute, ihr alle seid Schuld, dass meine Erwartungen so durch die Decke geschossen sind!
Ich fand das Buch gut, aber eben nicht so überwältigend gut. Es ist eben typisch New Adult.
Einen dicken Pluspunkt kriegt Begin Again von mir dafür, dass Allies Geschichte nicht das ewige „Ich wurde vergewaltigt und xy bringt mich darüber hinweg“ ist. Eine tragische Vergangenheit KANN auch anders aussehen, Begin Again ist dafür ein super Beweis. Gerade die amerikanischen Autorinnen können sich davon gerne ein Stückchen abschneiden.
Dieses Buch besteht aus lauter super tollen sympathischen Charakteren. Ich finde Allies Persönlichkeit so gut beschrieben. Man fühlt mit ihr, versteht sie und versteht auch vor allem ihren Drang, sich von der Vergangenheit zu befreien. Dawn ist mein Liebling gewesen, die kleine, süße Dawn, die die beste Freundin ist, die Allie je hatte und die zu ihr gehört wie... [hier irgendwas einsetzen, was untrennbar mit einander verbunden ist] und ich freue mich schon wahnsinnig auf ihre Geschichte. Spencer, Ethan, Scott, Monica, sie alle kommen mir wie Freunde vor und es hat Spaß mit ihnen gemacht.
Ihr merkt, wer in der Aufzählung fehlt? 100 Punkte an jeden, der Kaden gesagt hat. Kaden hat seine Momente, er kann echt süß sein und viele der Dialogie zwischen ihm und Allie machen Spaß zu lesen. Aber zu gefühlt 50% geht es bei dieser Art Bücher doch darum, dass man den Love interest mag und trotz seiner guten Momente hat Kaden mich leider nicht überzeugt. Ich werde nicht weiter ins Detail gehen, aber er hat so einige Aktionen abgezogen, die meiner Meinung nach unverzeihlich sind und ihn mir daher unsympathischer gemacht haben. Allie verzeiht ihm irgendwann (natürlich), aber ich konnte das nicht, ich hätte es ehrlich gesagt auch nicht allzu tragisch gefunden, wenn die zwei am Ende nicht zusammen gekommen wären.
Allgemein war es mir manchmal etwas zu dick aufgetragen. Teilweise gibt es so unwahrscheinlich dramatische Szenen, bei denen ein, zwei Schichten weniger auch nicht geschadet hätten. Das ist nur mein persönlicher Geschmack und ich finde, die Geschichte hatte mit Allies Vergangenheit und meinetwegen noch der Beziehung zu Kaden schon genug Drama, es braucht doch nicht jeder eine furchtbar tragische Vergangenheit gehabt zu haben, bevor er an die Uni kam.

Über die Autorin:

Mona Kasten, geboren 1992, lebt mit ihrem Mann und zwei Katzen im Norden Deutschlands. Ihre Vorliebe für Kaffee und Schokolade ist mindestens so groß wie ihre Faszination für Worte, die sich bereits im Kindesalter tief in ihr verankert hat. Wenn sie nicht gerade schreibt oder liest, vloggt sie über Bücher, Filme und alles, was sonst noch Lebensfreude macht. 

Fazit

Allgemein fand ich das Buch schon ganz gut. Ich würde, gerade, wenn man Mona und ihre Videos nicht kennt, raten, die Erwartungen vielleicht nicht gaaanz so hoch zu setzen und nicht die Neuerfindung des Genres zu erwarten, aber wenn man Lust auf eine coole Protagonistin, Spaß (nicht doppeldeutig gemeint ^^) und New Adult hat, macht man mit Begin Again sicher nicht viel verkehrt.

Montag, 24. Oktober 2016

[R] Für dich soll's tausend Tode regnen von Anna Pfeffer

Vielen Dank an cbj für das Rezensionsexemplar!

Inhalt

Wer Emi auf die Nerven geht, dem verpasst sie in Gedanken eine Todesart. Und seit dem Umzug weiß sie nicht, wer mehr nervt: die Neue ihres Vaters, die sich ernsthaft in der Mutterrolle sieht, ihr Strahlemann von Bruder, der das auch noch gut findet (stirbt bestimmt mal, weil er auf seiner Schleimspur ausrutscht), oder Erik, Alphatier an ihrer neuen Schule, der einen auf cool macht und sie ständig provoziert (stirbt garantiert an einem Hirntumor wegen übermäßigen Handykonsums). Als sie sich in Chemie mit Alpha-Erik anlegt, kracht es wortwörtlich zwischen den beiden. Die Strafe dafür sind acht Samstage Graffiti schrubben. Mit Erik! Kann das Leben noch beschissener sein? Um aus der Nummer rauszukommen, schlägt Emi einen Wettstreit vor. Doch Erik ist nicht kleinzukriegen. Emi wünscht ihm tausend Tode an den Hals, bis sie merkt, dass es gar nicht so nervig ist, Zeit mit Erik zu verbringen …

Wisst ihr, was ich an diesem Buch so cool fand? (Na gut, einiges; aber ganz besonders cool?) Das Duo Anna Pfeffer hat das mit den deutschen Anspielungen drauf. In Büchern fallen oft Bemerkungen zu Disney, zu Harry Potter, zu irgendwelchen amerikanischen Superstars. Die beiden Autorinnen schaffen es, auch deutsche Anspielungen unterzubringen, ohne, dass es sich irgendwie anders oder gezwungen anfühlt. Wenn mir jetzt noch ein weiteres Beispiel außer Cro einfallen würde... Aber der reicht eigentlich völlig aus, um meinen Punkt zu machen. Das Buch spielt in Deutschland, wieso sollte die deutsche Kultur und die deutschen Stars da nicht einfließen?
Das Buch glänzt mit der tollen Hassliebe-Beziehung, die sich von den vielen üblichen Geschichten aus dem Bereich unterscheiden. Eriks und Emis Hass auf einander geht fließend in eine Art Freundschaft und mehr über, sodass man nicht genau festmachen kann, wo der eine Abschnitt ihrer Beziehung endet und ein anderer anfängt. Es wird einem nicht von der großen, legendären Liebe erzählt, von der man als Leser aber nichts mitbekommt, nein, hier ist genau das Gegenteil der Fall und ich finde es toll. Das macht die Geschichte realistischer und, naja, so viel angenehmer zu lesen, weil man nicht alles vorgesetzt bekommt, sondern selbst entdecken darf, was sich zwischen Emi und Erik entwickelt.
Emi ist eine fantastische Protagonistin. Sie ist vom Typ „sympathischer Außenseiter“, sie ist eine Einzelgängerin und sie hätte eigentlich locker die Rolle des beliebten Mädchens der Schule übernehmen können. Mit ihrem schwarzen Humor und ihrem Selbstbewusstsein hätte sie das Zeug dazu, wenn Make Up mal out wird und die „üblichen Beliebten“ ihren Reiz verlieren. Emis Art nimmt einen ein, ich bin ihr fast sofort verfallen.
Erik... Erik lässt sich genauso wenig einfach in eine Kategorie stecken. Die zwei sind eben dynamisch und lebendig, unglaublich, wie gut das Autorenduo das eingefangen hat. Erik, dieser coole, unsympathische Blödmann, den man in jeder Szene etwas anders sieht.
Wenn man es ganz genau nimmt, ist die Geschichte nichts Neues, aber Anna Pfeffer haben so viele kleine, originelle Sachen eingebracht, dass es mir fast so vorkommt. Dieses Buch ist mit so vielen einfach gar nicht zu vergleichen. Zum Beispiel Emis Hobby, skurille Tode zu sammeln und den Leuten um sie herum Tode zu verpassen, wenn sie von ihnen genervt ist. Wie cool ist das denn?? Es liest sich so gesagt etwas seltsam, aber glaubt mir, es ist witzig liebevoll geschrieben und es ist mir so neu gewesen. Oder, ein weniger extremes Beispiel: Emis Familie. In vielen Jugendbüchern ist die Familie die absolute Bilderbuchfamilie, der Horror oder gar nicht da. Aber Emis Familie ist so viel näher an der Realität dran. Die Familie ist da und spielt ein große Rolle in ihre Leben. Einerseits liebt Emi sie und andererseits ist sie genervt und streitet sich mit ihrem Bruder. JA! Genau so ist es, genau so nehmen Jugendliche ihre Eltern wahr, gerade in dem Alter. Und ich bin begeistert, wie toll Anna Pfeffer auch das getroffen hat.

Über die Autorin(nen):

Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit, die beiden Autorinnen hinter dem Pseudonym Anna Pfeffer, sind seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in Wien befreundet. Schon damals entwarfen sie Geschichten, die aus Lehrern paranoide Agenten und aus Mitschülern tragische Helden machten. Heute leben sie in Hamburg und Wien, sind zusammen 71 Jahre alt, haben zwei Männer, sechs Kinder und einen Hund und schreiben noch immer zusammen. „Für dich soll’s tausend Tode regnen“ ist ihr erster Jugendroman. 

Fazit

Ich bin ganz und gar überzeugt und meinen Geschmack getroffen! Anna Pfeffer haben Personen und Beziehungen mitten aus dem Leben geschrieben und eine fesselnde Geschichte drum herum gewickelt. Es ist jetzt 10 Tage her, seit ich Für dich soll's tausend Tode regnen beendet habe und beim Tippen kriege ich gerade wieder große Lust, wieder in den tollen Schreibstil einzutauchen und zu den Figuren zurückzukehren.

Freitag, 21. Oktober 2016

#BlognTalk - Kurzinterview mit (nicht) Nina Blazon


Ich halte mich kurz, zur Buchmesse allgemein wird es noch einen seperaten Post geben. Jetzt geht es nur um das Kurzinterview, das ich vorhin geführt habe. =)

Vorhin war ich beim BlognTalk von Randomhouse und mit den ganzen Infos kam vorher auch eine Interview-Challenge bei mir an. Man hat irgendeinen der Autoren zugewiesen bekommen, der auch zum BlognTalk kommen würde und sollte ihm oder ihr zwei Fragen stellen.

Nun war es aber so, dass den Organisatoren ein Fehler unterlaufen ist. Nina Blazon war gar nicht da! Stattdessen hat Sebastian Menacher vom cbj/cbt-Verlag meine Fragen beantwortet. (An dieser Stelle nochmal lieben Dank an Damaris, Favola und die dritte Bloggerin, deren Name/Blog ich mir leider nicht mehr gemerkt habe, für eure Hilfe!) Und hier sind die Antworten:

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

1. Dass Nina Blazon da wäre
2. Weltfrieden
3. ewige Gesundheit

Welche Frage würden Sie gerne gestellt bekommen?

Warum bist du so nett und zuvorkommend?


Es war zwar nicht Nina Blazon, aber wenn man die sympathischen Antworten so liest, kann man das auch verkraften, oder? =D

Dienstag, 11. Oktober 2016

[R] Monster Geek. Die Gefahr in der Wäldern von May Raven

Vielen Dank an den Drachenmond Verlag für das Rezensionsexemplar!

Inhalt

45 Jahre in der Zukunft lebt Jessamine Diaz als Gildenjägerin. Im Untergrund verborgen, spürt sie Vampire, Werwölfe und andere absonderliche Wesen auf und bringt sie zur Strecke. Ein ansehnlicher Sold führt Jess von ihrer Heimatstadt Montreal nach Tschechien, wo seit zwei Wochen Kinder spurlos verschwinden. Obwohl sich Jess einredet, diesen Auftrag nur wegen des Geldes anzunehmen, weiß sie, dass sie es für die Kinder und deren zerstörte Familien tut, die sie an ihr eigenes Schicksal erinnern.
Vor Ort mischt sich der Polizeichef Petr in ihre Untersuchungen ein und zudem kommt ihr der hartnäckige Pfarrer Matej in die Quere, der heißer aussieht, als gut für ihn ist. Damit bringen nicht nur die Monster, sondern auch die beiden Männer Jess gehörig ins Schwitzen...

Leute? Martina Riemer/May Raven hat es drauf! Es geht zwar in eine andere Richtung als man es von ihr bisher kennt, aber trotzdem erkennt man ihren Stil wieder, wer Martinas YA/NA Bücher mochte, wird bestimmt auch mit Jess seinen Spaß haben.
Jess ist cool. Sie ist eine coole, toughe und selbstbewusste Bad-Ass-Monsterjägerin mit einem weichen Kern und einer weiblichen Seite und dieser Mix ist echt gut gelungen. Es macht Spaß mit ihr und ich konnte sie oft gut verstehen. Am sympathischsten macht sie mir, dass sie sich für den Auftrag hauptsächlich wegen der Kinder entschieden hat, DAS ist Jess (zumindest eine Seite von ihr) und DAS ist es, was sie ausmacht.
Jetzt überlege ich, wie ich etwas über Matej sagen kann, ohne wie ein sabbernder Teenie zu wirken. Äh, er ist nett? Wenn Matej nicht total heiß ist, dann weiß ich auch nicht und er ist tatsächlich nett, nicht der übliche Bad Boy, den man an dieser Stelle erwarten würde und in der Runde, in der ich dieses Buch gelesen habe, sind wir ihm alle verfallen. xD Auch hier wieder hat Martina einen hammer Mix geschaffen, auch wenn ich mir nach wie vor ziemlich sicher bin, dass sie ihn nur zum Pfarrer gemacht hat, um die ganzen Pfarrer-Witze bringen zu können. =P
Aber auch die Welt um die Figuren herum wirkt ungewohnt und interessant. Zum einen wäre da eine Kleinstadt Tschechiens als Handlungsort. Man merkt, dass das Buch nicht in Amerika, Deutschland oder einem der anderen Länder stattfindet, in denen die Geschichte sich abspielt. Es ist so ein Gefühl beim Lesen, etwas Anderes. Zum Anderen spielt das Buch 45 Jahre in der Zukunft und Martina hat sich einiges für diese Zeit ausgedacht. Die technischen Entwicklungen finde ich besonders spannend, von den HandChips, die Handy, Kreditkarte und alles Mögliche andere ersetzen, bis hin zu den GleitZügen, mit denen man innerhalb von nur ein paar Stunden bis ans andere Ende der Welt reisen kann.
Diese ganze Atmosphäre hat mir jedoch etwas besser gefallen als das Buch selbst. Monster Geek liest sich wie Nalini Singh, Jennifer Estep und andere bekannte Autorinnen aus der Richtung, auf deren Namen ich gerade nicht mehr komme (bzw. so, wie ich mir ihre Bücher in etwa auch vorstelle). Es hat typische Elemente, die man so schon hunderte Male gelesen hat und Wendungen, die mich genau deshalb nicht so überraschen und begeistern konnten, wie ich es gerne gewollt hätte. Gerade weil die Figuren und das ganze Drumherum so cool und besonders ist, hätte mir noch gefehlt, dass Jess' Fall weniger vorhersehbar ist und, naja, eben auch besonderer.
Mein anderes kleines Problem, das ich habe, ist eines, dass ich mit Martinas Büchern generell habe. Für meinen Geschmack war das Buch an manchen Stellen einen Tick zu dramatisch, etwas zu dick aufgetragen. Das ist keine Kritik, aber da es auch in meine Wertung mit einfließt, wollte ich es zumindest mal erwähnt haben.


Über die Autorin:

May Raven schreibt Liebesromane mit und ohne Fantasy im Erwachsenenbereich, in denen es auch einmal so richtig heiß hergehen kann. Wie andere Autoren hat sie schon immer gerne gelesen, sich mit sexy Romanhelden auf spannende Ausflüge begeben und von mutigen Magiern, mystischen Wesen, blutigen Kriegern oder aber auch schillernden Glitzerstaub verzaubern lassen. Diese Liebe zu Büchern möchte sie mit ihren Geschichten anderen ebenfalls näher bringen und hofft, die Leser genauso mitzunehmen und zum Träumen zu bringen, wie es ihr beim Schreiben ergangen ist. 

Fazit

Monster Geek glänzt mit tollen Figuren, super Witzen, einem ungewöhnlichen Handlungsort und macht Spaß! Ich habe noch etwas mehr von dem Buch erwartet, dennoch kann ich es echt empfehlen. Ich bin jedenfalls neugierig auf mehr von Jess und wie die Geschichte weiter geht.