Samstag, 17. September 2016

[R] Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen von Cornelia Franke

*3,5 Sterne*

Inhalt

Jess große Leidenschaft sind Filme und seit dem Tod ihrer Mutter ist das Kino ihr zweites Zuhause. So scheint es ein Leichtes, für ein Schulprojekt einen Blog über ihr Lieblingsthema ins Leben zu rufen. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Und dann ist da auch noch Marvin, der plötzlich mehr von ihr will, als nur der hilfsbereite Freund zu sein. Langsam merkt Jess, dass sich das Leben durchaus nicht immer wie im Film abspielt ...

Das Innere des Buches ist nicht so rosarot wie der Umschlag! Das erstmal vorweg. Auch wenn das ganze Pink schon etwas hat. =)
Ich habe Wär mein Leben ein Film... ganz gerne gelesen, aber es ist so ein Buch, zu dem ich bewusst greifen musste. Wisst ihr, was ich meine? Es lässt sich gut lesen, aber es hat mich nicht so gefesselt, dass ich jedes Mal, wenn ich es zur Seite legte, gleich wieder weiter lesen wollte. Wär mein Leben ein Film... erzählt eine eher ruhige Geschichte, die darauf setzt, dass man sich mit Jess identifiziert und ihre Beziehungen zu ihrem Vater und ihren Freunden mitverfolgen will. Ich finde das gar nicht so schlecht, an manchen Stellen hat es mich trotzdem vollkommen mitgerissen, aber ich hatte das Gefühl, dass die Filmwelt für Jess das ist, was für mich die Buchwelt ist. Ich lebe in der Buchwelt und könnte bestimmt ein Buch-Wer wird Millionär? ohne Probleme durchspielen und ich kenne einen gewissen Teil der Filme, die man anscheinen kennen muss, aber bei Jess Filmleidenschaft fühlte ich mich etwas außen vor.
Wie gesagt, ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen. Ich fand Jess manchmal etwas sehr kindisch, aber sie ist so schön normal, leidenschaftlich,stur und immer mit einer schlagertigen Erwiderung auf den Lippen, wenn Klassenzicke Antonia mal wieder auftaucht, ein bisschen so, wie meine Schwester in ein paar Jahren vielleicht sein wird. Auch ihre Freunde sind klasse, absolute Fantasy, Sci-Fi bzw. IT, auch wenn ich mir mehr Szenen mit Tom, dem totalen Sci-Fi-Fan gewünscht hätte.
Die Freunschaft/Beziehung zwischen Jess und Marvin (Jarvin =P) ist besonders süß. Spätestens auf Seite 32, als Lisa andeutet, wie blind Jess ist, merkt man, dass Marvin mehr von ihr will. Ich habe mich oft genug über Jess Blindheit gewundert, aber das hat Marvin nicht davon abgehalten, sich total süß um Jess zu kümmern und für sie da zu sein, wenn sie ihn brauchte.
Des Weiteren wäre ein Buch über Filme nicht vollständig ohne Anspielungen auf jede Menge Filme, oder? In der Leserunde, in der ich das Buch gelesen habe, hatten wir so eine Art Spiel laufen, wer die meisten Anspielungen findet und die Listen beweisen, dass die Autorin nicht mit ihnen gespart hat.
Das Buch spricht jedoch auch ernstere Themen an wie (Cyber)Mobbing, Verlust und generell schwierige Verhältnisse in einer Familie. Ich persönlich war nicht darauf gefasst und ich weiß ehrlich nicht, ob ich das Buch gelesen hätte, wenn ich es vorher gewusst hätte (persönliche Ansichten einfach), dennoch finde ich es gut, dass es thematisiert wird. Das Buch richtet sich an jüngere Leser und ich denke, gerade in dem Alter ist es wichtig, die Leute auf sowas aufmerksam zu machen und nicht totzuschweigen.

Über die Autorin:

Cornelia Franke wurde 1989 in Mönchengladbach geboren. Nach ihrem Abitur zog sie nach Berlin, studiert Kulturwissenschaften und arbeitet freiberuflich als Lektorin im Bereich Jugendbuch und Fantasy. Seit 2011 engagiert sie sich für Schreibworkshops an Schulen. 

Fazit

Wär mein Leben ein Film... ist eine süße Geschichte aus dem normalen Leben, die aber auch ernstere Themen behandelt. Das Buch war nicht ganz meins, aber trotzdem habe ich es gerne gelesen und Jess und ihre Freunde gern gehabt.

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