Donnerstag, 29. September 2016

[R] Plötzlich Banshee von Nina MacKay

Inhalt

Alana ist eine Banshee, eine Todesfee der irischen Mythologie. Sie sieht über dem Kopf jedes Menschen eine rückwärts laufende Uhr, die in roten Ziffern die noch verbleibenden Monate, Tage, Stunden und Minuten seiner Lebenszeit anzeigt. Da Banshees in dem Ruf stehen, Unglück zu bringen, bleibt sie lieber für sich. Allerdings gestaltet sich das gar nicht so einfach, denn Alana kreischt automatisch in bester Banshee-Manier wie eine Sirene los, wenn ihr ein Mensch begegnet, der in den nächsten Tagen sterben wird. Doch dann tauchen in Santa Fe mehrere Leichen auf, die Alana ins Visier des attraktiven Detectives Dylan Shane geraten lassen. Kann sie das Geheimnis der dunklen Sekte lüften, die scheinbar magische Wesen sammelt? Und werden sowohl Detective Shane als auch ihr bester Freund Clay den Kontakt mit Alana überleben?

Yay, es ist ja so toll, den Hater für ein halbwegs beliebtes Buch zu spielen! Nicht! Ich wollte das Buch mögen, wirklich! Banshees sind noch kaum auf dem Markt präsent und da hätte das Buch alle Möglichkeiten offen gehabt. Teen Wolf zeigt doch, wie cool die sein können! Plötzlich Banshee hat mich teilweise echt an meine Grenzen gebracht und (es tut mir selbst fast schon weh, das zu schreiben) ich hasse es.
Meet Alana: Sie ist die Tollpatschigkeit. Egal, was auch immer sie sonst für Eigenschaften hat, es geht nichts, ohne dass sie über irgendwas oder irgendwen stolpert, irgendeine Dummheit macht oder sonst irgendwas, für das der ganze Raum sie bitte ganz peinlich anstarren darf. Eigentlich soll sie auch Privatdetektivin sein, aber wie geht das denn bitte? Ich kenne Alana jetzt schon 400 Seiten lang und sie hat nichts, absolut NICHTS gemacht, was auch nur darauf hinweisen würde. Yay, ein Mal hat sie ein paar Begriffe gegoogelt. Das kann ich auch. Bin ich jetzt auch Veronika Mars? Verdammt, nicht mal die blöde Katze der Nachbarin hat sie gefunden, die hat ihr bester Freund aufgegabelt!
Meet Dylan: Der Love Interest, der unserer Protagonistin natürlich sofort verfällt, obwohl sie ihn mit aller Kraft zurück stößt. Ihm muss ich zumindest zu Gute halten, dass man ab und zu sogar merkt, dass er Polizist ist. Aber wozu genau waren die paar kurzen Stellen aus seiner Sicht? Um mir zu zeigen, wie scharf er auf Alana ist und dass er gar nicht anders KANN, als sie zu leben? Oh, darauf wäre ich sonst ja niiieee gekommen.
Das Buch ist einfach mega dämlich und, wenn man auch nur halbwegs viel liest, auch sehr vorhersehbar. Ich fange mal mit dem Vorhersehbaren an. Sorry, aber ich habe auf jede Wendung grundsätzlich schon mindestens 10 Seiten früher gewartet, tendenziell mehr. Ich meine, zum Beispiel, dass der beste Freund in sie verliebt ist? Das hat man schon in der ersten Szene gemerkt, in der die zwei Zusammen waren und das war auf Seite 15 oder so! Bis zum Liebesgeständnis dauert es aber noch mindestens das halbe Buch. Oder im „Showdown“ fehlt eine Person. Huch, die ist der Bösewicht? WER KOMMT DENN NUR AUF SOWAS? Ich könnte euch da echt dutzende Beispiele nennen. Und das zusammen mit Alanas dämmlichen Bemerkungen, dämmlichen Handlungen und denen von allen anderen Figuren zusammen, das hat mich echt fertig gemacht. Ein SERIENMÖRDER läuft frei in der Gegend herum und Alana läuft trotzdem ganz alleine in die Nacht hinaus, sie liest WhatsApp-Nachrichten, während sie gerade Auto fährt, geht es eigentlich noch blöder? Ich kaufe ihr nicht ab, dass sie schon fast 21 sein soll. In dem Alter sollte man doch BITTE zumindest so viel Hirn im Kopf haben oder meinetwegen auch nur Überlebenswille, dass man NACHDENKT, bevor man sich einfach mal so in Lebensgefahr begibt.
Oft sollte diese blöde Dämlichkeit anscheinend als Humor getarnt werden. Nur so kann ich mir erklären, wie andere Leser dieses Buch witzig finden können. Es gab ganz genau eine Stelle, die ich halbwegs lustig fand. Eine! Auf 400 Seiten. Aber nein, tut mir leid, ich kann nicht darüber lachen, wenn jemand hinfällt oder vergleichbares. Das war noch nie mein Humor und das wird er auch nie sein. Es ging mir einfach nur sehr stark auf die Nerven, wie oberflächlich, tollpatschig und schwer von Begriff Alana (+andere Figuren) auf dessen Kosten erscheint, das ist einfach nicht lustig.
Kurz vor dem Ende hatte ich noch wirklich Hoffnung. Es gab eine Szene, die das Potential für ein mega geniales Ende gehabt hätte, die die Geschichte für mich zumindest ein bisschen gerettet hätte. Ja, das Schlüsselwort ist HÄTTE. Es HÄTTE genial werden können, aber leider hat die Autorin den einfachen Weg gewählt und ist doch wieder zu dem blöden vorhersehbaren Pfad zurück gekehrt.
Habe ich eigentlich schon über die „Liebesgeschichte“ geredet? Die ist so künstlich und konstruiert. Dylan ist aus dem Blauen heraus plötzlich in Alana verliebt, Alana hat irgendwann, als sie ihn zur Ablenkung von ihren Banshee-Kräften küsst, gemerkt: „Oh, der Kerl ist attraktiv!“ Am meisten auf die Nerven geht mir, wie wenig Mühe sich die Autorin dabei gegeben hat. „Hey Alana, ihr solltet zu unserem Ball kommen. Das ist DIE Möglichkeit, die feenkillende Sekte aufzuhalten, auf die wir gewartet haben könnten und nein, das ist AUF KEINEN FALL ein Versuch, uns zu verkuppeln.“ Das macht so gar keinen Spaß mehr!

Über die Autorin:

Nina MacKay, geboren irgendwann in den ausgeflippten 80er Jahren, arbeitet als Marketing Managerin (wurde aber auch schon im Wonderwoman-Kostüm im Südwesten Deutschlands gesichtet). Außerhalb ihrer Arbeitszeiten erträumt sie sich eigene Welten und führt imaginäre Interviews mit ihren Charakteren. Gerüchten zufolge hat sie früher als Model gearbeitet und einige Misswahlen auf der ganzen Welt gewonnen. Schreiben ist und war allerdings immer ihre größte Leidenschaft. 

Fazit

Ich wollte es mögen, das wollte ich wirklich sehr und es tut mir sehr leid, falls ich mit meiner Rezension irgendwem auf die Zehen trete. Aber ich fand das Buch dämlich, vorhersehbar und nervig und ich konnte ihm absolut gar nichts abgewinnen. Vielleicht hat noch jemand Spaß daran, der erst ganz wenig gelesen hat und nicht direkt alles durchschaut oder jemand, der einen anderen Humor hat. Herrgott, es gibt ja jetzt schon genug Leute, die es gut fanden! Wenn euer Geschmack aber in etwa in die selbe Richtung geht, dann spart euch die Zeit, es lohnt sich nicht.

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