Montag, 20. April 2015

[R] Liebe und andere Fremdwörter von Erin McCahan

Inhalt

Josie spricht viele Sprachen. Sie spricht Highschool, College, Freundinnen, Boyfriend, Schlussmachen und sogar die Sprache der Hübschen Mädchen. Aber keine davon ist ihre Muttersprache. Und Liebe? Die fremdeste Sprache von allen. Als aber der Zeitpunkt gekommen ist, an dem fließende Kenntnisse in Wahrer Liebe nötig sind, um eine bevorstehende Katastrophe abzuwenden, ist Josie gezwungen, ihre Gefühle für den Jungen zu erforschen, der behauptet, sie zu lieben; für die Schwester, die Josie liebt, aber nicht immer mag; und für den besten Freund, der bisher nicht ein Wort gesagt hat zumindest nicht in einer Sprache, die Josie spricht.

Was man im Klappentext gar nicht herauslesen kann: Josie ist schlau. Sogar mehr als das: sie ist hochbegabt. Und das merkt der Leser, unter anderem an der Sprache, die in dem Buch verwendet wird. Josie benutzt nämlich häufiger mal Fachbegriffe, die ich nicht immer alle verstanden habe. Für das Verständnis der Geschichte ist das auch nicht unbedingt nötig, aber die Sprache hebt das Niveau der Geschichte um Einiges an und macht aus ihr mehr als bloß die locker-flockige Suche eines Mädchens nach der Liebe, wie ich es erwartet habe. Dennoch ist das Buch auch humorvoll und hat mich auf Grund der witzigen Situationen und Dialoge immer wieder zum Schmunzeln gebracht.
Josie ist eine sympathische Protagonistin. Gut, am Anfang musste ich mich erst ein wenig an sie und ihre Sprachen gewöhnen, aber nachdem das relativ schnell erledigt war, konnte man erkennen, dass Josie sich trotz ihrer zusätzlichen IQ-Punkte gar nicht so sehr von uns unterscheidet. Sie hat eine Familie, die sie liebt, sie streitet sich gelegentlich mal mit ihrer Schwester, gehört eigentlich überall mehr oder weniger dazu. Eben eine ganz normale Person, die nach der Liebe sucht (aber aus anderen Gründen, als man denken würde), nur dass Josie viel mehr über alles nachdenkt, manchmal sogar zu viel.
An die ganzen Sprachen musste ich mich, wie eben schon kurz erwähnt, zunächst gewöhnen. Highschool, College, die Sprache der Hübschen Mädchen... Zunächst war ich sehr genervt deswegen, weil Josie die Highschool-Sprache OmeinGott und die College-Sprache OmeinGott 2.0 nennt, „nach dem Wort, das dort jeder ungefähr hundert Mal am Tag sagt.“ Josie, die superschlaue Josie, steckt alle ihre Mitschüler in diese Schublade und das war es, was mich daran genervt hat, zumindest am Anfang. Irgendwann habe ich mich daran dann gewöhnt, was sicherlich nicht zuletzt daran liegt, dass Josies Mitschüler tatsächlich praktisch alle in dieser Schublade sitzen. Davon abgesehen finde ich dieses Konzept wirklich interessant. Man spricht mit Lehrern anders, als man es mit seinen Freunden tut, das fällt wohl jedem auf, aber diese ganzen, teilweise kleinen Abstufungen in der Sprache als eigene Sprachen zu bezeichnen und sie auch so zu behandeln ist neu und spannend.
Zu den anderen Charakteren will ich gar nicht zu viel verraten. Ich finde, jeder sollte Pgeofff, Stu und all die anderen am besten einfach selber kennenlernen. So viel sei gesagt: die Autorin hat Josie einige ganz tolle Nebencharaktere zur Seite gestellt, durch die das Buch gleich noch mehr Spaß macht. ☺☻
Ein Aspekt hat mir an dem Buch ganz besonders gut gefallen: die Beziehung zwischen Josie und ihrer Schwester Kate. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Autorin diese besondere Bindung zwischen Schwestern ganz toll eingefangen hat. Manchmal sind sie die besten Freunde und manchmal eben das Gegenteil, deshalb habe ich mich und meine Schwester immer wieder in Kate und Josie wiedererkannt. Schwestern zicken sich nun mal auch an und denken manchmal nur an sich selbst und weniger an die Schwester, das ist völlig normal. Deshalb fand ich die Hochs und Tiefs dieser Beziehung sehr realistisch, aber auch wirklich schön.
Insgesamt macht es ziemlich viel Spaß, Josie auf ihrer Suche nach der Liebe zu begleiten. Denn sie hat wirklich keine Ahnung von ihr und durch Josies mathematisch-logische Denkart lässt sich die nicht berechnen. Das lernt auch auch sie im Laufe des Buches. Am Ende der Leserunde, im Rahmen derer ich dieses Buch gelesen habe, wurde die Frage gestellt, was das Buch uns über die Liebe gelehrt hat. Eigentlich nichts Neues, würde ich sagen. Von den verschiedenen Arten der Liebe, über Liebe auf den ersten Blick bis hin zu der Frage „Was ist Liebe überhaupt?“ ist in dem Buch alles vertreten, aber das wissen wir doch sowieso schon alle, oder? Naja, worauf ich hinaus will: Eine Sache über die Liebe ist bei mir nach dem Lesen besonders doch hängen geblieben, nämlich dass die Liebe schwer zu definieren ist. Das hat mich jedenfalls zum Nachdenken angeregt.
An die ganzen Sprachen musste ich mich zunächst gewöhnen. Highschool, College, die Sprache der Hübschen Mädchen... Zunächst war ich sehr genervt deswegen, weil Josie die Highschool-Sprache OmeinGott und die College-Sprache OmeinGott 2.0 nennt, „nach dem Wort, das dort jeder ungefähr hundert Mal am Tag sagt.“ Josie, die superschlaue Josie, steckt alle ihre Mitschüler in diese Schublade und das war es, was mich daran genervt hat, zumindest am Anfang. Irgendwann habe ich mich daran dann gewöhnt, was sicherlich nicht zuletzt daran liegt, dass Josies Mitschüler tatsächlich praktisch alle in dieser Schublade sitzen. Davon abgesehen finde ich dieses Konzept wirklich interessant. Man spricht mit Lehrern anders, als man es mit seinen Freunden tut, das fällt wohl jedem auf, aber diese ganzen, teilweise kleinen Abstufungen in der Sprache als eigene Sprachen zu bezeichnen und sie auch so zu behandeln ist neu und spannend.

Über die Autorin:

Erin McCahan liebt das Leben in Ohiound die Band Styx. Sie hat einen Vollzeitjob – Schreiben –, und eine Vielzahl von Hobbies, die Rollenspiele, klebrige Dinge und Karaoke ausschließen. Sie lebt mit ihrem Ehemann in der Nähe von Columbus.

Fazit

„Liebe und andere Fremdwörter“ ist eine niedliche Geschichte, die ich so nicht erwartet habe. Umso mehr Spaß hat es gemacht, Josie auf ihrer Suche (Forschung?) zu begleiten und ihre Umgebung durch die Augen eines hochbegabten 15-jährigen Mädchens zu sehen.

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