Dienstag, 24. Februar 2015

Das Feuermädchen von Martina Fussel

Inhalt

Tosende Wellen, endloses Wasser, Freiheit bis zum Horizont – das ist es, was sich Shaani von Kindesbeinen an am meisten wünscht. Aber das Mädchen gehört zum Volk der Waldmenschen und darf sich dem Meer nicht mal auf Sichtweite nähern. Der junge Krieger Faro hingegen lebt ganz in seinem Element - dem Element des Wassers. Nichts interessiert ihn außer sein eigenes Volk. Bis er eines Tages Shaani erblickt. Das Mädchen mit Augen so blau wie der Ozean und Haaren so rot wie Feuer. Prompt setzt er alles daran, sie kennenzulernen. Doch es gibt einen guten Grund dafür, warum sich das »Feuermädchen« vom Wasser fernhalten sollte…

Der Anfang des Buches hat mir gut gefallen. In der Welt, die die Autorin erschafft, gibt es vier Völker, zu jedem Element eines. Diese Völker sind mehr oder weniger mit einander verfeindet oder haben einfach nichts mit den anderen Völkern zu tun. Nicht komplett Neues, aber so weit ganz interessant. Was mir auch gefallen hat, war, dass man in jedes der Völker Einblick bekommen hat, auch wenn die Jiri, das Erdvolk, und die Amaren, das Wasservolk, durch Shaani und Faro deutlich im Zentrum stehen. Das war auch schon der erste Punkt, über den ich so ein bisschen gestolpert bin – die Namen. Die Personen, Völker, Götter, einfach alles und jeder hat solche ungewöhnlichen Namen, aber daran habe ich mich dann recht schnell gewöhnt.
Ein weiterer riesengroßer Pluspunkt, den ich dem Buch gebe, ist den ganzen Erzählperspektiven gewidmet. Ganze fünf gibt es davon! Ich als Fan von solchen Geschichten war begeistert. Fünf Perpektiven, aus denen man diese Geschichte erleben kann! Doch dann kam die Ernüchterung. Die einzelnen Kapitel sind ziemlich lang und wenn mich ein anderer Erzählstrang mit einigen der anderen Figuren gerade mehr interessiert hat, zog es sich noch etwas länger. Insgesamt plätscherte die Handlung meistens nur so dahin, besonders im zweiten Drittel ist kaum etwas passiert, insbesondere nichts allzu Spannendes. Doch im letzten Teil nahm die Geschichte zum Glück wieder etwas an Fahrt auf, auch wenn es mir persönlich streckenweise sogar etwas zu schnell ging. Zwar war auch die Handlung teilweise sehr vorhersehbar, trotzdem hat sie auch Spaß gemacht, wenn mal etwas passiert ist.
Nun zu den Figuren. Insgesamt gibt es sechs größere Charaktere: Die beiden Protagonisten Faro und Shaani, sowie ihre Freunde Barein, Zahra, Lani und Kelvin. Bei Faro und Shaani ist das wohl klar, aber auch unter ihren Freunden bilden sich im Laufe der Geschichte Pärchen. Eines von den Pärchen habe ich ganz besonders ins Herz geschlossen, aber um nicht die ganze Spannung raus zu nehmen, verrate ich nicht, welches. ;-) Die einzelnen Charaktere mochte ich auch jeden mehr oder weniger gerne. Was mich aber an allen, außer vielleicht Zahra, sehr genervt hat, ist ihre Naivität. Man kommt natürlich GAR NICHT auf die Idee, eine nahestehende Person könnte tiefere Gefühle haben und man fragt sich auch garantiert NIE, ob man wirklich dazu gehört, wenn es doch so offensichtlich ist, dass man anders ist. Okay, bei letzterem ist es offensichtlich, dass das auf Shaani geeicht ist. Aber sie hat sich tatsächlich nie gefragt, wieso sie so anders ist, ob es etwas gibt, was man ihr nicht erzählt. Ihre Gutgläubigkeit fand ich fast ebenso nervig wie ihre Naivität.
Eine weitere Emotion, die immer und immer wieder vorkommt, ist die Eifersüchtig. Beim ersten Mal fand ich es noch okay, dass eine Figur eifersüchtig ist, auch beim zweiten Mal war es in Ordnung. Aber wenn konstant irgendwer auf irgendwen eifersüchtig ist, dann zehrt das irgendwann nur noch gewaltig an den Nerven.
Was ich vorher auch nicht wusste: Das Buch ist kein Einzelband, wie ich gedacht habe, sondern der erste Teil einer Reihe. Ich bin noch unentschlossen, ob ich diesen wirklich lesen werde. Einerseits gab es so einiges, das mich schon beim ersten Teil genervt hat, andererseits ist die eine Sache, die mich eine Zeit lang als einziges hat weiterlesen lassen, noch immer nicht aufgeklärt. Und natürlich mein Lieblingspärchen.♥ Die beiden würde ich wirklich gerne wiedersehen, aber ob dieser Wunsch reichen wird? Naja, mal sehen.

Über die Autorin:

Martina Fussel, 1983 in Köln geboren, lebt mit ihrem Mann nahe der Domstadt und verbringt ihre Freizeit am liebsten mit Squash, langen Spaziergängen oder dem Lesen. Bei ein bis zwei Büchern die Woche, die ausschließlich mit Liebe zu tun haben, kam ihr irgendwann die Idee, etwas Eigenes zu schaffen und so begann sie mit dem Schreiben. »Das Königsmädchen« ist ihr Debütroman. 

Fazit

Mein erster Eindruck vom „Feuermädchen“ war gar nicht mal so schlecht. Doch dann kam die Naivität der Charaktere und die ganze Eifersucht, einer der Hauptaspekte, die mich gestört haben. Wenn man das mal außer Acht lässt, fand ich das Buch eigentlich ganz in Ordnung. Es hatte seine Schwächen, hat aber trotzdem auch noch Spaß gemacht. Direkt empfehlen würde ich das Buch zwar nicht, aber abraten würde ich es auch nicht.

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