Dienstag, 12. April 2016

[R] Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance von Estelle Laure

Inhalt

Lucille sollte sich eigentlich auf ihr Abschlussjahr freuen: Sie versteht sich gut mit ihrer kleinen Schwester Wren, ihre beste Freundin Eden ist immer für sie da und sie ist heimlich verliebt. Doch am ersten Schultag nach den Sommerferien kommt Lucilles Mutter nicht aus dem Urlaub zurück und die beiden Schwestern müssen allein zurechtkommen. Aber Lucille gibt nicht auf und versucht, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Sie verdient Geld, bezahlt Rechnungen und kümmert sich um Wren. Da bleibt nicht viel Zeit, vor allem nicht für große Gefühle. Aber wer kann sich schon wehren, wenn die wahre Liebe vor der Tür steht?


Glück, Schicksal, Happily Ever After... Kommt schon, ich bin doch sicherlich nicht die Einzige, die diese Assoziation hatte! Der Klappentext deckt das zwar nicht so direkt, aber trotzdem habe ich gerade bei dem Titel erwartet, dass es eine Liebesgeschichte gibt, die das Glück sein soll, das das harte Schicksall von Lucille zurückdrängt.
Mein Problem mit dem (Hör)Buch hat schon damit angefangen, dass es einfach viel zu ernst ist. Lucilles Mutter ist weg und hat sie mit ihrer Schwester allein gelassen. Da ich selber öfter mal auf meine Schwestern aufpassen muss, weiß ich, dass das hart sein kann, besonders auch, wenn sie den Haushalt schmeißen und Geld verdienen muss, um irgendwie über die Runden zu kommen, das will ich ihr auch gar nicht absprechen. Aber wieso kann sie nicht mal die Nachbarin fragen, ob sie ihr hilft? Irgendwelche Verwandten wird sie bestimmt auch noch haben. Lucille übernimmt diese Verantwortung und anstatt einen Teil davon vielleicht mal mit jemandem zu teilen, zerfließt sie in Selbstmitleid und stresst sich immer mehr.
Lucille ist generell ein Charakter, bei dem ich ziemlich zwiegespalten bin. Einerseits ist da die Lucille, die sich in Selbstmitleid ertränkt und niemanden um Hilfe bittet, aber andererseits stellt sie sich selbst hinten an und kümmert sich um ihre Schwester, obwohl sie selbst kaum älter ist als sie. Ganz egal, was ich sonst noch von ihr halte, das muss ich einfach bewundern.
Eben habe ich ja gesagt, dass ich auf eine Liebesgeschichte gehofft habe. Und es gibt auch eine, die jedoch ziemlich schwierig ist. Es geht nämlich darum, dass Digby seine Freundin mit Lucille betrügt. Und sie WEISS das, sie hat seine Freundin mehrmals getroffen und denkt sich auch immer wieder, dass sie nichts mit ihm anfangen sollte, weil er eben schon vergeben ist. Sorry, aber das macht mir weder den einen, noch die andere irgendwie sympathisch und Lucilles hat bei weitem auch so schon wenig Sympathiepunkte bei mir.

Über die Autorin:

Estelle Laure ist eine US-amerikanische Autorin. Sie hat in Vermont Kreatives Schreiben studiert und lebt heute mit ihren beiden Kindern in Taos. 

Fazit

Lucille nimmt alles viel zu ernst und ihre Entscheidungen machen sie nicht allzu sympathisch. Im Grunde finde ich die Idee nicht schlecht, aber die Ausführung könnte locker als Handlung einer super dramatischen Dramaserie durchgehen, von der ich nach den ersten Paar Folgen schon genug hätte.

Vielen Dank an den JUMBO Verlag und Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. *gah* Dein einer Kritikpunkt, wäre bei mir wahrscheinlich auch noch großgeschrieben worden. Ich finde Sachen wie betrügen und hintergehen (& Co.) einfach nur schlimm und dass denen dann Sympathiepunkte flöten gehen, kann ich absolut nachvollziehen. *am vor sich hin grummeln* Nein mal ehrlich, das geht überhaupt nicht und ich kann es auch überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn sich Beide sicher sind, dass sie zusammen sein wollen, BITTEEEE SEHR, aber sagt dann doch dem anderen Mädchen, dass Schluss ist! Alles Andere bringt doch keinem der Dreien etwas. Schade, dass sich das Buch in diese Richtung entwickelt hat. Ich hatte es auch noch ziemlich auf dem Schirm und es klang vom Klappentext her auch total schön. =/ Aber wirklich tolle Rezi, ich kann dich absolut verstehen!!!!

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    1. Geht mir ganz genauso. Ich meine, sie können sich lieben und zusammen kommen und tun, was auch immer sie wollen, aber dann sollte die andere auf jeden Fall auch Bescheid wissen. =/

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  2. Huhu Julia,
    ach wie schade, dass dieses Buch dann doch nicht zu überzeugen wusste. Ich habe bislang noch keine Rezension dazu gelesen. Die Liebesgeschichte klingt in der Tat sehr schwierig.
    Ich komme mit Hörbüchern ja meist so gar nicht klar. Irgendwie schweife ich dabei immer ab oder ich schlafe auch oft dabei ein ;o) Ein schlechter Sprecher kann ein gutes Buch dann auch nochmal stark verändern.
    Dass Lucille die Aufgaben lieber selbst übernimmt, anstatt jemanden zu fragen, kann ich nachvollziehen. Ich glaube, dass nicht jeder in der Lage ist sich Hilfe zu suchen.

    Liebe Grüße Tanja :o)

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    1. Ich glaube, meine war auch noch mit eine der Ersten. ^^
      Ich fand die Sprecherin gar nicht so übel, aber sie hat die Geschichte nicht besser machen können. Als Buch hätte ich es auch in etwa gleich bewertet. denke ich. ;-)
      Oh ja, auf jeden Fall! Kennst du Die magische Gondel von Eva Völler? Das habe ich mal als Hörbuch bekommen und gehört und die Sprecherin lässt die Protagonistin SO arrogant wirken, obwohl sie das gar nicht ist. >.<
      Ich höre abends, wenn ich mich gerade hinlege und noch nicht müde genug zum Einschlafen bin, ganz gerne Hörbücher, damit die mich von meinen Gedanken ablenken können. Und dann mörgens wieder, wenn ich aufstehe. Wenn ich etwas höre, fällt es mir etwas leichter. ;-)

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  3. Ohje, eigentlich wollte ich das Buch auch lesen... Aber wenn es bei dir so schlecht wegkommt muss ich mir das nochmal überlegen. Lucille ist mir jetzt schon unsympathisch :D
    Liebe Grüße, Eva

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    1. Sorry! Oder auch nicht. Nee, ich nehms zurück, da kannst du echt Besseres lesen. ^^

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