Samstag, 20. September 2014

Gefrorenes Herz von Mirjam H. Hüberli

Inhalt

Sich auf dünnem Eis bewegen, davon könnte die siebzehnjährige Aurelia ein Lied singen. Denn seit ihre Zwillingsschwester Natascha verschwunden ist, scheint sie niemandem mehr trauen zu können. Nicht ihren Freunden, nicht ihren Lehrern, nicht einmal mehr sich selbst. Nur ihre tägliche Eiskunstlaufroutine hält sie buchstäblich über Wasser, dem gefrorenen unter ihren Schlittschuhen wie auch in ihrem Herzen. Und dann ist da noch Sevan, der Neue an ihrer Schule, der sich ausgerechnet an ihre Fersen heftet, wo doch alle Mädchen nach ihm schmachten. Mit ihm zusammen kommt sie der Auflösung des Geheimnisses um Natascha sehr viel näher. Aber irgendjemand ist ihnen immer einen Schritt voraus…

Erstmal vorneweg: Krimis und Thriller mag ich für Gewöhnlich nicht und lese sie dementsprechend auch nur sehr selten, wenn überhaupt mal. Für „Gefrorenes Herz“ habe ich aber eine Ausnahme gemacht, da mich die Bücher von Impress bisher noch nie enttäuscht haben. Und das bereue ich garantiert nicht. Für mich hat hier einfach alles gestimmt.
Zum Einen ist da Aurelia. Ihre Zwillingsschwester ist verschwunden und trotzdem findet sie die Kraft, weiterzumachen und nach ihr zu suchen. Ich finde das sehr bewundernswert. Aber auch sonst ist Aurelia eine sympathische Protagonistin, auch wenn man außer der Trauer und der Angst um ihren Zwilling erst mal nicht viel von ihr erfährt. Die Autorin hat Aurelias Gefühlswelt aber so schön beschrieben, dass man nicht nur Mitleid mit ihr hat, sondern auch versteht und nachvollziehen kann, was in ihr vorgeht.
Wie schon gesagt, hat Aurelia einen Zwilling, Natascha. Und obwohl sie nicht da ist, ist sie doch allgegenwärtig. Natascha spielt eine so große Rolle für ihre Schwester, dass sie in jeder Situation an sie denkt. Man spürt die Verbindung zwischen den Zwillingen und leidet und hofft mit Aurelia, dass Natascha bald wieder auftaucht. Ich habe schon vorher Bücher mit Zwillingen gelesen, aber diese Verbundenheit ist mir bisher noch nicht untergekommen. Ich finde es aber nur richtig, dass Zwillinge sich so viel näher stehen, als normale Geschwister, und fand es hier sehr schön dargestellt.
Aber auch die Schreibweise der Autorin ist nicht nur wunderschön, sondern auch fesselnd und teilweise sehr berührend. Sie schafft mit ihren Worten eine gespannte Atmosphäre zu schaffen, die nicht einen Moment nachlässt und den Leser an das Buch fesselt und ihn nicht mehr loslässt. „Ich befürchte, ich habe mich ganz schrecklich in dich verliebt.“ Das ist einer meiner Lieblingssätze aus dem Buch und wenn man nach diesem Satz nicht unbedingt weiterlesen will, dann weiß ich auch nicht.
Wie dieser Satz schon ziemlich deutlich zeigt, gibt es in „Gefrorenes Herz“ auch eine Liebesgeschichte. Und diese passt zum Rest der Geschichte. Die Liebe heilt nicht alle Wunden und es geht Aurelia nicht plötzlich wieder gut, nur weil sie verliebt ist. Und genau das macht sie in meinen Augen so realistisch. Die Liebe steht nicht im Mittelpunkt, sie reiht sich in der für Aurelia schlimmen Situation geduldig ein und wartet auf ihren Moment. Und genau so ist Sevan. Er drängt Aurelia nicht und bietet ihr seine Hilfe an. Er versteht Aurelia und wie es ihr mit Nataschas Verschwinden geht und unterstützt sie von Anfang an, auch wenn sie sich da noch nicht kennen.
Und wer jetzt noch nicht überzeugt ist, dem kann ich noch empfehlen, sich das Lied „I'd sing for you“von Bastian Baker mal anzuhören, Nataschas Lieblingslied. Es ist nicht nur unglaublich schön, es passt auch einfach nur perfekt zu dem Buch, besonders nachdem Aurelia es in einigen Szenen in Endlosschleife hört.


Zur Autorin:

Vor vielen Jahren erblickte Mirjam H. Hüberli, dicht gefolgt von ihrer Zwillingsschwester, in der schönen Schweiz das Licht der Welt. Erst während des Studiums zur Online-Redakteurin wurde ihr bewusst, was sie wirklich will. So beschloss sie, den Schritt aus dem stillen Schreibkämmerchen in die aktive Szene zu wagen, um das zu leben, was das Herz ihr zuflüstert: Eigene Geschichten schreiben. 

Fazit

Ob man Thriller nun mag oder, wie ich, eher nicht, „Gefrorenes Herz“ sollte man sich nicht entgehen lassen. Denn dieses Buch ist viel mir als bloß ein Thriller und selbst jetzt noch, eine Woche, nachdem ich es beendet habe, lässt mich die Geschichte nicht los. Deshalb kann ich gar nicht anders, als fünf Sterne zu verteilen und jedem zu empfehlen, das Buch zu lesen.

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